Razzia im Jänner 2017

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Chronik Österreich
08/01/2019

Terrorverdächtige wurden erneut verhaftet

Vier Tage, nachdem Justiz Festnahmen anordnete, ging die Polizei gegen mutmaßliche IS-Fanatiker vor.

von Elisabeth Holzer

Am Freitag ordnete das Straflandesgericht Graz an, mutmaßliche Dschihadisten und Salafistenprediger festzunehmen. Am Mittwoch setzte die Polizei dies um: Zehn Verdächtige wurden in Graz und Wien festgesetzt, sie wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Ein Verächtiger wurde bereits am Wochenende verhaftet. Das bestätigte die Justiz am Donnerstag.

Die Männer und Frauen gehören zu jener mutmaßlichen Terrorvereinigung, die im Jänner 2017 bei Razzien in Wien und Graz festgenommen wurden - und doch seit Sommer 2018 alle auf freiem Fuß waren. Das Oberlandesgericht Graz gab nämlich einer Haftbeschwerde des Rechtsanwaltes Wolfgang Blaschitz statt, der einige der Verdächtigen vertritt: Die U-Haft von damals (eineinhalb Jahre) dauere zu lange. Die letzten fünf zu dem Zeitpunkt noch Inhaftierten mussten freigelassen werden, zumindest einer soll sich danach schon abegsetzt haben, nun dürfte auch noch ein weitere Verdächtiger ins Ausland verschwunden sein.

Mord, Entführung, Terror

Gegen 14 Verdächtige brachte die Staatsanwaltschaft Anklage ein. Die Vorwürfe wiegen schwer: Zumindest fünf wird  der Verdacht des Mordes und Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung angelastet. So sollen sie von 2012 bis 26. Jänner 2017 in Wien, Graz und Syrien "mehrere terroristische Straftaten" begangen haben, darunter auch erpresserische Entführung und schwere Nötigung, heißt es in der 301 Seiten langen Anklageschrift. Sie ist noch nicht rechtskräftig, sie ging erst vergangene Woche bei Gericht ein.

Ein Teil der Gruppe wird dem Kreis um Hassprediger Mirsad O. zugerechnet, der in Graz rechtskräftig wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde.