Tempobremser wird als Raser abgestempelt

Dienstrad statt Dienstauto. Kärntens Landesrat Rol…
Foto: /GERT EGGENBERGER Umweltlandesrat Rolf Holub mit Dienst-Rad und Dienst-BMW

Vorwürfe: Grün-Landesrat Rolf Holub wehrt sich


Es gibt keinen Bildbeweis, keine Videodokumentation, keine Radarstrafe – und doch sieht sich Kärntens Regierungsmitglied Rolf Holub mit Vorwürfen konfrontiert, wonach er Wasser predigt und Wein trinke.

Ausgerechnet jener Grün-Umweltlandesrat, der auf der Südautobahn zwischen Klagenfurt und Villach Tempo 100 einführen will, soll laut mehreren Facebook-Postings auf der A2 zwischen Griffen und Völkermarkt vergangenen Dienstag mit weit mehr als 150 km/h unterwegs gewesen sein.

"Die Grünen haben’s eilig. Wurde gerade von K390 BI mit 170 Sachen auf der A2 überholt. Aber ja, um 19 Uhr beginnen die Simpsons", schrieb eine Angestellte (Name der Redaktion bekannt) der Kärntner Landesregierung, die das Kennzeichen von Holubs Dienst-BMW identifizierte, im sozialen Netzwerk.

"Saß am Rücksitz"

Er sei an fraglichem Tag auf dem Weg von Wien nach Klagenfurt gewesen, habe also jenen A2-Teilabschnitt genutzt, wo 130 km/h als Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen sind, sagt Holub, um dann einzuschränken: "Ich saß am Rücksitz, mein Chauffeur ist gefahren – und der hält sich grundsätzlich an Geschwindigkeitsbeschränkungen. Es gab auch keinen wichtigen Termin, also keinen Grund, zu schnell zu fahren. Es sind nur Behauptungen, die im Raum stehen." Holub vermutet, "dass es sich um eine Anschüttung meiner Person handelt, weil ich einen unpopulären Schritt setzen und Tempo 100 einführen will".

Messungen laufen

Sein Plan mit der Tempobremse nördlich des Wörthersees nimmt rasant Fahrt auf: An mehreren Stationen werden aktuell Messungen durchgeführt. Ergeben die Schadstofferhebungen deutliche Überschreitungen, so will Holub Tempo 100 nach dem Immissionsgesetz Luft (IG-L) noch heuer umsetzen. Der Landesrat ist überzeugt, dass die parallel dazu in Auftrag gegebenen Lärmmessungen ebenfalls hohe Werte ergeben werden, sodass der für einen "Lärm-100er" zuständige Bund ebenso unter Zugzwang kommen und auf dem 30 Kilometer langen Abschnitt eine Tempobremse einführen werde.

Kritik an Holubs Vorhaben hagelt es nicht nur von Autofahrerklubs, sondern auch von der FPÖ und dem Team Kärnten. "Nach seinem kolportierten wilden Autobahnritt hat Holub die Diskussion um Tempo 100 völlig ad absurdum geführt und damit selbst beendet", sagt nun Team Kärnten-Parteichef Gerhard Köfer.

(kurier) Erstellt am
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