Chronik | Österreich
10.08.2017

Tempo 100 auf A2 bereits ab Herbst möglich

Gutachten dokumentiert massive Lärmbelastung, jetzt liegt der Ball beim Ministerium.

"Die Hausaufgaben sind gemacht." Das glaubt zumindest Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne), der beim Verkehrsministerium in den nächsten Tagen einen Antrag zur Einführung von Tempo 100 für Pkw und Tempo 60 für Lkw auf der Südautobahn zwischen Klagenfurt und Villach einbringen wird.

Das Land Kärnten hat den Verkehrsexperten Kurt Fallast mit der Ausarbeitung eines Gutachtens beauftragt, das die Verringerung der Lärmbelastung bei einer Geschwindigkeitsreduktion beweisen soll. Sechs Messstellen wurden auf der A2 zwischen Klagenfurt/Minimundus und Villach/Warmbad installiert. "In der Nacht wurden Spitzenwerte von 58 Dezibel registriert. Der vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 50 Dezibel", erklärt Fallast. Ein Lärm-Hunderter hätte mindestens eine Lärm-Reduktion um drei Dezibel zur Folge. Rund 6100 Personen in den Wörthersee-Gemeinden würden davon profitieren. "Alternative Maßnahmen wie Lärmschutzwände wurden ausgereizt, ein Flüsterasphalt wäre teuer und würde den Lärm nur um ein Dezibel reduzieren", erklärt Holub. Er glaubt, dass das Ministerium noch im Spätherbst seinem Antrag stattgeben wird. Es gäbe keine Testphase, sondern die sofortige Umsetzung. Im Ministerium heißt es, man werde das Begehren prüfen. Wie lange dies dauern und wann die Einführung erfolgen könnte, hänge von der Qualität der erhobenen Daten ab.

Den Plänen von St. Pölten, dort auf der Westautobahn ein 100er-Limit einzuführen, hat das Ministerium indes eine Absage erteilt. In diesem Fall war mit einer Erhöhung der Verkehrssicherheit argumentiert worden.