Taxler sollte Frau suchen - und überfuhr sie: Zehn Monate Haft

Der Prozess fand am Montag in Salzburg statt © Bild: APA/BARBARA GINDL

Salzburgerin lag nachts in einer Wiese. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Aus einer Suchaktion wurde im Mai 2017 eine Tragödie: En Taxifahrer überfuhr nachts im Salzburger Flachgau jene Frau, nach der auftragsgemäß suchen sollte. Die 52-Jährige starb an inneren Blutungen.

Das spätere Unfallopfer soll nach einem Streit mit ihrem Freund aus dem Haus gelaufen sein. Ihre Mutter erinnert sich am Montag beim Prozess im Straflandesgericht Salzburg an das letzte Telefonat mit der Tochter: Sie habe Angst gehabt, dass sich die 52-Jährige etwas antun könnte und deshalb ein Taxi bestellt, um zu dem Paar zu fahren. Vor deren Haus trafen Kundin und Taxler auf den Lebensgefährten der Frau: Er beschrieb, dass die 52-Jährige in eine Wiese gelaufen sei und er sie in der Dunkelheit nicht finden könne.

Im hohen Gras

Der Taxifahrer, 57, drehte deshalb mit dem Wagen einige Runden in der Wiese. Dabei hat er die Salzburgerin überrollt, die laut Gutachter dort eingeschlafen sein könnte: Sie hatte laut Bluttest 1,2 Promille Alkohol intus. Der Staatsanwalt wirft dem Taxifahrer vor, mit Fernlicht im bis zu einem halben Meter hohen Gras gefahren zu sein, und klagt fahrlässige Tötung an.

Der 57-Jährige versichert: Er sehe mit Fernlicht genau so gut wie mit dem Abblendlicht, nur eben weiter. „Ich bin auch nur kurz in die frisch geschnittene Wiese und nicht ins hohe Gras.“ Danach sei er zurück auf die Straße und zum nächsten Kunden gefahren.

Die 52-Jährige wurde erst entdeckt, als auch ihr Freund mit seinem Pkw in die Wiese fuhr. Zunächst wurde auch gegen ihn ermittelt, doch ein Gutachter ordnete die Reifenabdrücke auf dem Oberkörper des Opfers eindeutig dem Taxi zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Zehn Monate Haft, davon drei unbedingt.

( kurier.at ) Erstellt am 16.04.2018