Chronik | Österreich
04.09.2017

Storch und Bussard mit Schrot abgeschossen

Ein im Burgenland schwer verletzter Storch überlebte nicht. Vier Pfoten erstattete Anzeige.

Zwei angeschossene geschützte Vögel im Burgenland haben jetzt die Behörden auf den Plan gerufen. Getroffen wurde nicht nur ein Mäusebussard, sondern auch ein Storch, teilt Brigitte Kopetzky von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit.

Der Storch, war bereits am 10. August in Strem (Bezirk Güssing) gefunden worden. "Das Tier wurde angeschossen, die Schrotkugel steckte unmittelbar unter der Herzspitze", erklärt Kopetzky. Beim Absturz habe sich der Vogel den Flügel gebrochen. Der Storch wurde auf der Veterinärmedizinischen Uniklinik in Wien notoperiert, überlebte aber nicht.

Nur wenige Tage später wurde in Gols (Bezirk Neusiedl am See) ein angeschossener Mäusebussard entdeckt. Beim Röntgen wurden im Flügel sowie in der Hüfte zwei Schrotkugeln entdeckt. Der Mäusebussard befindet sich nun zur Pflege in der Eulen-und Greifvogelstation Haringsee (NÖ). Ob er wieder freigelassen werden kann, ist noch unklar.

34 Schussopfer

Greifvögel und Störche sind ganzjährig geschont, sie dürfen nicht gejagt werden. 34 in Österreich angeschossene Vögel hat Vier Pfoten nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Jahren übernommen. Elf davon sind gestorben, ebenso viele wurden frei gelassen. Zwölf Vögel blieben als Dauerpatienten in Haringsee.

In den aktuellen Fällen hat Vier Pfoten wieder Anzeige beim Bundeskriminalamt (Abteilung Umweltkriminalität) erstattet. Kopetzky vermutet die Verantwortlichen für die "Schussattentate" in der Jägerschaft: "Leider glauben manche Jäger, sie müssen ihr Niederwild vor Greifvögeln schützen."

Burgenlands Landesjägermeister Roman Leitner weist solche Vorwürfe entschieden zurück: "Ich verwehre mich dagegen, dass die gesamte Jägerschaft in schlechtes Licht gerückt wird." Es gelte die Unschuldsvermutung, bis die Täter überführt seien.