Chronik | Österreich
02.11.2018

Steinschlag im Lesachtal: 40 Soldaten entkamen knapp

Die Soldaten hörten das Donnern der sich lösenden Felsen und konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen.

Im Lesachtal hat es am Freitag einen massiven Steinschlag gegeben, der um ein Haar 40 Soldaten des Bundesheeres getroffen hätte. Wie Bürgermeister Johann Windbichler gegenüber der APA bestätigte, hörten die Soldaten das Donnern der sich lösenden Felsen und konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen. Ein Bundesheer-Fahrzeug wurde schwer getroffen.

"Das Bundesheer arbeitete sich in Richtung Maria Luggau vor zur Abbruchstelle der Bundesstraße", erklärte Windbichler. Am Hang oberhalb lösten sich die riesigen Felsblöcke. "Es war sehr kritisch. Es hätte Tote geben können." Nach dem Vorfall wurden die Einsatzkräfte von der Stelle abgezogen, auch die Feuerwehrleute die von der Osttiroler Seite her an der Wiederherstellung der Verbindung arbeiteten.

Windbichler: "Der Steinschlag ist die nächste große Gefahr, die wir jetzt haben. Das tritt jetzt vermehrt auf." Die Hänge seien aufgeweicht, die Bäume umgestürzt. Auch Regen habe wieder eingesetzt, berichtet der Bürgermeister. "Die Hänge sind in Bewegung." Nun wurde der Landesgeologe eingeflogen, um die Situation einer neuen Bewertung zu unterziehen.

Angespannt, aber ruhig

Die Stimmung in der Bevölkerung im seit bald eine Woche von der Außenwelt abgeschnittenen Tal sei angespannt aber ruhig, sagte Windbichler. "Die Lesachtaler sind ja gewohnt, dass man immer wieder eingeschlossen ist im Tal. Es ist eine angespannte Ruhe, keine Hysterie - solange wir keinen Personenschaden haben, das ist das Wichtigste. Die Leute bleiben so gut es geht daheim." Er selbst kenne Katastrophensituationen aus seiner Zeit als Feuerwehrkommandant, sagte der Bürgermeister. "Man muss einfach Schritt für Schritt die Prioritäten abarbeiten."

Bei der Stromversorgung gehe es mittlerweile weiter. "Wir haben jetzt eine Inselversorgung mit Notstromaggregaten." Der Stromversorger Kelag sei massiv im Einsatz, immer wieder werden Masten angeliefert, um zerstörte Exemplare zu ersetzen. Windbichler rechnet damit, dass es noch drei, vier Tage dauern werde, bis alle im Lesachtal wieder Elektrizität haben - sofern nicht wieder etwas passiere. Die enormen Schäden im Tal machen ihm aber Sorgen über die nächsten Tage hinaus und der Bürgermeister appelliert an die übergeordneten Behörden, eine Finanzierung für den Wiederaufbau im Tal aufzustellen.