Der grüne Landesrat Rolf Holub in Budgetnöten: Schulbusse fallen in Kärnten dem Spargedanken zum Opfer.

© FREMD/Roland Pittner

Kärnten
08/27/2015

Sparstift trifft den Busverkehr: Zahlreiche Linien gestrichen

Alternativen gesucht. Schul- und Skibusse fallen Budgetvorgaben zum Opfer/Land überträgt Verantwortung für den Transport auf Gemeindeebene.

von Thomas Martinz

Alternative Transportmöglichkeiten werden zahlreiche Kärntner Kinder wählen müssen, wenn sie in zwei Wochen wieder die Schule besuchen. Weil der Sparstift regiert, wurden nun sieben öffentliche Schulbuslinien in ländliche Regionen ersatzlos gestrichen, viele weitere sind gefährdet. Zudem fallen Ski- und Samstag-Nachtbuslinien dem Sparzwang zum Opfer. Das Land schiebt die Verantwortung zur Aufrechterhaltung der Verbindungen auf die Gemeinden ab.

1,4 Millionen Euro muss Landesrat Rolf Holub aufgrund der von Bund übermittelten Sparvorgaben in seinem Verkehrsreferat streichen. "Das wurde mir vom Bund aufs Aug‘ gedrückt. Aufgrund der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung und der sinkenden Schülerzahlen lukriert das Land außerdem immer weniger aus dem Familienlastenausgleichsfonds", argumentiert Holub. Jene Buslinie, die gestrichen werden (betroffen sind Außenteuchen-Himmelberg-Feldkirchen; Spezialschülerkurs "Unterschlossberg"; Teilstück Pisweg-Gritschbrücke; Greutschach-Griffen;Pölling-St. Andrä-Wolfsberg; Theissenegg- Kamp-Wolfsberg; Pössinggraben-Wolfsberg), seien nicht ausgelastet. Das Einsparungspotenzial: 100.000 Euro. Falls die Hypo-Heta-Problematik neue Dimensionen erreicht, würden weitere Linien geopfert werden.

Auf Gemeindeebene müsse man sich alternative Transportmöglichkeiten überlegen. In Wolfsberg wurde eine Notlösung gefunden: Dort pendelt der Postbus mehrmals hin und her, der Unterrichtsbeginn wurde daher an unterschiedlichen Schulen von 7.40 bis 8.05 Uhr gestaffelt.

Weit mehr als 100.000 Euro sollen unterdessen durch die Auflösung touristischer (Ski-)Busse in die leeren Kassen gespült werden. Konkrete Linien will Holub nicht nennen, zur Diskussion stehen aber die Destinationen Simonhöhe, Katschberg und Mölltal. "Die Förderung von Linien, die touristisch genutzt werden, zählt nicht zu den Kernaufgaben des Landes", macht Holub deutlich.

"Schwarzer Peter"

Die Antwort der Gemeinden ließ nicht lange auf sich warten. Peter Stauber, Präsident des Gemeindebundes, meinte am Donnerstag nach einer eilig einberufenen Vorstandssitzung: "Wir haben finanziell sowieso kaum noch Luft zum Atmen und jetzt bekommen wir diesen Schwarzen Peter. Wenn wir selbst den Transport organisieren müssen, müssen wir vom Land einen finanziellen Ausgleich erhalten."

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