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Chronik Österreich
12/29/2019

Spätes Skivergnügen: Welche Skigebiete geöffnet haben

Nach Föhn und Schneemangel öffnen nun auch im Osten des Landes die Skigebiete ihre Lifte.

von Birgit Seiser, Caroline Ferstl

Den Schal musste man sich zwar eng ums Gesicht ziehen, es war richtig kalt. Doch bei herrlichen Pistenverhältnissen nahmen das die Skifahrer und Snowboarder am Samstag im Skigebiet Stuhleck gerne in Kauf. Die Wintersportler waren mitunter aus Tschechien, Ungarn und sogar Polen angereist. Während im nahe gelegenen Hirschenkogel die Gondel aufgrund der Windböen noch nicht in Betrieb genommen werden konnte, sausten die Gäste am Stuhleck bei leichtem Schneefall die Pisten hinunter. Allgemein scheint die Skisaison mit etwas Verspätung auch für die kleinen Skigebiete richtig loszugehen.

Während Kitzbühel, Ischgl und Co. im Westen Österreichs pünktlich in die Wintersaison starten konnten, bangte man im Osten des Landes um jedes Fleckchen Schnee. Die anfängliche Freude über die Kälte Mitte Dezember wurde kurz vor den Feiertagen zunichtegemacht: Föhnsturm und Regen ließen den gefallenen Schnee wieder schmelzen und machte damit nicht nur einigen Skigebieten einen Strich durch die Rechnung.

Einbußen für Wirte

Die Forsteralm im oberösterreichischen Gaflenz musste ihren Saisonstart bis auf Weiteres wegen Schneemangels verschieben. Robert Faller ist Hüttenwirt im Austall, der verspätete Saisonstart trifft den Gastronomen am Berg besonders hart: „Wir stehen bisher auf null in dieser Saison. Wanderwetter ist keines mehr, und ohne Schnee kommt natürlich niemand hinauf zu uns.“

Dass sich das in den nächsten zwei Wochen ändern wird, bezweifelt der Hüttenwirt trotz positiver Wettervorhersage: „Derzeit gibt es keine gute Schneebasis für die Beschneiungsanlagen, das dürfte noch eine Weile dauern“, meint Fellner.

Ähnlich ergeht es dem niederösterreichischen Unterberg (Bezirk Wiener Neustadt-Land). Wann das Skigebiet, das gänzlich auf Naturschnee setzt, aufsperrt, ist ungewiss. Laut Tonband wartet man seit 7. Dezember auf genügend Schnee.

Silvester am Berg

Während das Skigebiet Stuhleck auf der steirischen Seite des Semmerings seit 7. Dezember geöffnet hat, musste der niederösterreichische Zauberberg-Hirschenkogel seinen Saisonstart aufschieben. Zwar öffneten die Lifte Mitte Dezember, aufgrund des Wetterumschwungs musste man kurz vor Weihnachten wieder zusperren, berichtet Saskja Seidl von der Skischule Semmering: „Über die Feiertage ist es aber wieder kalt geworden und Schnee gefallen, jetzt kann wieder beschneit werden.“

Trotz des schwachen Andrangs war die Skischule geöffnet, „einige Kurse mussten verschoben werden, abgesagt haben wir aber keinen“, sagt Seidl. Mit den fortgeschrittenen Skischülern sei man nach Stuhleck ausgewichen. Jetzt in den Weihnachtsferien seien die Kurse gut besucht, 140 Kinder haben sich angemeldet.

Auch Sandra Weber von der Enzianhütte klagt über den Föhnsturm: „Natürlich hatten wir in der ersten Ferienwoche deswegen Einbußen, trotz der Touristen im Ort, die eben zu Fuß zu uns herauf gekommen sind. Aber wir sind optimistisch, dass es jetzt besser wird.“

Die Schneekanonen vor der Enzianhütte laufen derzeit auf Hochtouren. Laut Wettervorhersage steht einem Silvester am Berg im Westen und auch am Semmering nichts im Wege.

Wetterprognose

Die kältere Luft, die zuletzt über Österreich gezogen ist, macht auch in tiefer gelegenen Skigebieten das Beschneien möglich. Tagsüber auf den Bergen kann es Dauerfrost geben.
„Die kälteste Nacht steht uns dann von Sonntag auf Montag bevor“, erklärt Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet. In Österreichs Kältepol Lunz am See (Bezirk Scheibbs) werden in dieser Nacht bis zu minus zwölf Grad Celsius erwartet.  Mit dem weihnachtlichen Tauwetter ist es aber nur kurz vorbei,  ab Montag steigen die Temperaturen wieder. „Skifahren zu Silvester sollte vor allem im Westen trotzdem möglich sein, in den Höhenlagen ist genug Schnee vorhanden“, meint Zimmermann.  Auch im Osten dürfte die Beschneiung zum Jahreswechsel noch halten, bevor die Temperaturen  in der ersten Jännerwoche dann weiter zunehmen und ins Plus rutschen.