SOS-Kinderdorf: Langjährige Geschäftsführerin geht

VORWÜRFE GEGEN SOS-KINDERDÖRFER: PK SOS-KINDERDORF NACH NEU GEWÄHLTEM AUFSICHTSRAT: SANTNER
Nora Deinhammer war seit 2019 Mitglied der Geschäftsführung. Die Trennung erfolge einvernehmlich, heißt es.

Im Dezember hatte SOS-Kinderdorf Österreich den langjährigen Geschäftsführer Christian Moser, der zuvor schon länger freigestellt war, gekündigt. Nun geht auch Nora Deinhammer, die seit 2019 Mitglied der Geschäftsführung war.

"Der Aufsichtsrat von SOS-Kinderdorf und Nora Deinhammer haben sich im Rahmen eines geordneten, respektvollen Prozesses einvernehmlich auf die Auflösung des Dienstverhältnisses verständigt. Nora Deinhammer scheidet mit heutigem Tag aus der Geschäftsführung aus", erklärte Friedrich Santner, im November neu zum Vorstand des Aufsichtsrats bestellt, in einer Aussendung.

Seit 2012 bei der Organisation

Deinhammer sei 2012 als Fachbereichsleiterin für Kommunikation und Mittelbeschaffung zu SOS-Kinderdorf gekommen und wurde mit Jänner 2019 Mitglied der Geschäftsführung. "In ihren Verantwortungsbereichen prägte sie die Weiterentwicklung von Fundraising und Kommunikation, Markenführung, Innovation und Digitalisierung", heißt es.

Der Aufsichtsrat habe Deinhammer "als integre und authentische Führungspersönlichkeit schätzen gelernt", die "einen wichtigen Beitrag zur Organisationsentwicklung sowie zur historischen Aufarbeitung von SOS-Kinderdorf" geleistet habe. 

Die geordnete Übergabe der Agenden sei sichergestellt. Ihre Zuständigkeiten werden ab sofort von den beiden verbleibenden Geschäftsführerinnen - also Annemarie Schlack und Carolin Porcham - übernommen.

SOS-Kinderdorf sah sich seit Herbst mit einer ganzen Reihe an Vorwürfen konfrontiert, bei denen immer wieder auch in Frage stand, wie sehr Missstände von Verantwortlichen vertuscht worden sein könnten. So soll Moser etwa über die schweren Vorwürfe gegen Langzeitpräsident Helmut Kutin Bescheid gewusst haben und den Aufsichtsrat nicht informiert haben. Damit soll zumindest die Kündigung begründet worden sein.

Kommentare