Sitz der Landesleitstelle Tirol und der Berufsfeuerwehr Innsbruck

© Zeitungsfoto.at

Tirol
07/16/2013

Schwere Vorwürfe gegen Leitstellen-Chef

Ein Mitarbeiter, der von Manipulationen spricht, ist seit Wochen dienstfrei gestellt.

von Christian Willim

Der Vorwurf wiegt schwer: Der IT-Leiter der Landesleitstelle (sie koordiniert alle Rettungseinsätze in Tirol) behauptet, dass er von dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer des Unternehmens zu einer Manipulation angehalten wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit rund zwei Monaten gegen beide Beteiligten wegen des Verdachts des Betrugs.

Suspendiert ist nur einer der zwei: Jener Abteilungsleiter, der die Beschuldigung erhebt. Dessen Rechtsanwalt, Michael Hohenauer, ist darüber empört: „Es kann doch nicht sein, dass der Mitarbeiter, der einen Missstand aufzeigt, dienstfrei gestellt wird und man den Geschäftsführer weiterwerkeln lässt.“

Keine Stellungnahme

Der wollte mit Verweis auf ein laufendes Verfahren gestern keine Stellungnahme zu der Causa abgeben. So hält es auch Hubert Walter, der Aufsichtsratsvorsitzende der Leitstelle – einer 100-Prozent-Tocher – des Landes. „Ich kann nur so viel sagen: Wir gehen davon aus, dass nichts an den Vorwürfen dran ist.“

Laut Hohenauer sei sein Mandant von seinem Chef dazu angehalten worden, eine fiktive Kalkulation für Zusatzleistungen in der Höhe von rund 300 Personalstunden zu erstellen. Das ergibt einen Leistungsaufwand im Wert von rund 15.000 Euro. „Und genau dieser Betrag ist dem Land verrechnet worden“, sagt Hohenauer. Die Anweisung für die Kalkulation sei durch einen Tonbandmitschnitt eines Telefonats zwischen Chef und Abteilungsleiter belegbar.
Der Aufsichtsrat sei bereits im November über die Angelegenheit informiert worden. Seither ist es hinter den Kulissen der Leitstelle rund gegangen.

Anfang April wurde der IT-Leiter dienstfrei gestellt. Der war zu diesem Zeitpunkt Kandidat für die Betriebsratswahl, wurde später auch gewählt und ist seither unkündbar. Die Unternehmungsleitung hat Klage beim Arbeitsgericht eingebracht, um den langjährigen Mitarbeiter trotzdem kündigen oder entlassen zu dürfen.

Ihm wird in der Klagsschrift Verleumdung vorgeworfen. „Daraufhin blieb uns nichts anderes übrig, als eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einzubringen“, sagt Hohenauer, der es bedenklich findet, „dass mit dem Betriebsrat eines öffentlichen Unternehmens so umgegangen wird“. Die Stelle des IT-Leiters wurde in der Zwischenzeit neu ausgeschrieben.

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