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Chronik Österreich
07/25/2021

Schwere Unwetter: Hochzeitsgesellschaft musste evakuiert werden

85.000 Blitze am Samstag in Österreich registriert. Die Prognose für die kommenden Tage verheißt nichts Gutes.

Der heißeste Tag seit knapp zwei Wochen mit 32 Grad in Wien, NÖ und dem Burgenland ging am Samstag mit schweren Gewittern zu Ende, die sich ausgehend von Vorarlberg und Nordtirol über Salzburg bis in die Obersteiermark sowie nach Niederösterreich und Wien entluden. Die Nacht über kam es vor allem im Osten zu heftigen Unwettern. Laut der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) wurden dabei bis Sonntagfrüh gut 85.000 Blitze registriert. Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Auch am Sonntag und in den kommenden tagen bleibt die Unwettergefahr mit Hagel, Sturm und Starkregen weiter hoch, heißt es beim Wetterdienst Ubimet.

Von den gut 85.000 Blitzen, die in den vergangenen 24 Stunden bis zum heutigen Morgen über Österreich registriert wurden, entfallen je rund 20.000 Entladungen auf Nieder- und Oberösterreich sowie auf die Steiermark. „Auf Rang vier folgt mit 10.000 Blitzen das Salzburger Land, und selbst in der Bundeshauptstadt haben unsere Sensoren vergangene Nacht fast 500 Blitze gezählt“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.

Hochzeitsgesellschaft evakuiert

Gewitter und Starkregen haben in der Nacht auf Sonntag im Bezirk Amstetten in NÖ zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. In Haidershofen musste nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos eine Hochzeitsgesellschaft evakuiert werden. Die mehr als 100 Personen verließen das Gebäude, in dem gefeiert worden war, selbstständig und wurden anschließend von den Helfern versorgt. Die Lage wurde als durchaus angespannt beschrieben. Das Objekt stand laut Feuerwehr unter Wasser, an den Außenwänden hatte sich Schlamm bis auf Höhe der Fenster angesammelt.

Neben Haidershofen waren auch die Gemeinden Behamberg, Ernsthofen und Haag vom Unwetter betroffen. Probleme bereiteten Hangrutschungen, übergelaufene Rückhaltebecken sowie unter Wasser stehende Keller und Straßen. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten dauerten mehrere Stunden.

Tirol stark betroffen

Eine Gewitterfront hat am Samstagabend mehrere Gemeinden in Tirol getroffen und dabei auch schwere Schäden verursacht. In Uderns im Zillertal (Bezirk Schwaz) waren zwei Häuser von einem Murenabgang betroffen, mehrere Personen mussten evakuiert werden. In Absam (Bezirk Innsbruck-Land) schlug ein Blitz in Wohnhaus ein, die Feuerwehr konnte durch schnelles Eingreifen einen größeren Dachstuhlbrand verhindern.

In Uderns, wo zwei Häuser laut Polizei mit Erdschlamm geflutet wurden, trat an anderer Stelle auch ein kleiner unbenannter Bach über die Ufer und vermurte unter anderem einen Stall. Durch das eindringende Wasser, Geröll und Schlamm verendeten mehrere Ziegen, Hühner und Schweine. Umgestürzte Bäume sowie Überflutungen machten in mehreren Gemeinden, vor allem im Tiroler Unterland, Straßen vorübergehend unpassierbar.

Blitze gehen während eines Gewitters nieder

Lokal brachten die Gewitter von Samstag große Regenmengen in kurzer Zeit. In Wachtberg bei Steyr (OÖ) kamen knapp 70 Liter pro Quadratmeter zusammen, rund 35 l/m² waren es aber auch in Dornbirn, Bischofshofen und Obervellach.

Neue Unwetter am Sonntag

Laut Ubimet bleibt die Unwettergefahr bis auf weitere auch in den kommenden Tagen hoch. Die Großwetterlage ändert sich laut dem Wetterdienst nämlich nur wenig. An der Vorderseite eines Tiefs über Nordwesteuropa wird weiterhin feuchte und labil geschichtete Luft zu den Alpen geführt. Am Sonntag muss man erneut in Nordtirol, Salzburg sowie in Ober- und Niederösterreich mit schweren Gewittern rechnen. Lokal sind hier schwere Sturmböen und großer Hagel möglich.

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