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Chronik Österreich
09/06/2019

Schulstart heuer mit deutlich weniger Schülern in Deutschklassen

Besuchen müssen die Deutschförderklassen jene Kinder, die als außerordentliche Schüler eingestuft wurden.

Im Schuljahr 2019/20 gibt es wesentlich weniger Schüler in Deutschklassen als im Vorjahr. Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Bildungsministerin Iris Rauskala sinkt deren Zahl von rund 9.800 zu Beginn des Schuljahrs 2018/19 bzw. 8.600 im zweiten Semester 2018/19 auf nunmehr 6.300.

Besuchen müssen die Deutschförderklassen jene Kinder, die als außerordentliche Schüler eingestuft wurden. Dort wird dann in 15 bis 20 Wochenstunden nach eigenem Lehrplan Deutsch unterrichtet - für Gegenstände wie Zeichnen, Musik oder Turnen werden die Kinder aber altersgemäß den normalen Regelklassen zugeteilt. Einschränkung: Deutschförderklassen werden erst ab acht Schülern pro Standort eingerichtet. Besuchen müssen sie außerdem nur jene Kinder, die in der ersten Schulstufe aufgenommen wurden, oder gerade in Österreich angekommene Quereinsteiger ins Schulsystem. Am Ende jedes Semesters wird dann der Sprachfortschritt überprüft.

Dann sind drei Fälle möglich: Bei nicht entsprechendem Fortschritt muss die Deutschklasse weiter besucht werden. Sind die Verbesserungen so deutlich, dass der Schüler dem Unterricht folgen kann, wird er zum ordentlichen Schüler, wechselt in eine Regelklasse und erhält eine Förderung im Rahmen von Deutsch als Zweitsprache. Liegen die Testergebnisse dazwischen, kann der Schüler also trotz Fortschritten noch nicht ganz dem Unterricht folgen, wechselt er als außerordentlicher Schüler in die Regelklasse und erhält noch sechs Stunden pro Woche parallel zum Unterricht Förderung in einem Deutschförderkurs.

Die meisten Kinder in Deutschklassen werden auch heuer in Wien erwartet (2.900/minus 2.100 gegenüber dem zweiten Semester 2018/19). In Oberösterreich sind es 1.200 (minus 50), in der Steiermark 600 (minus 30), in Niederösterreich 500 (minus 100). Je 300 Schüler sind es in Tirol (unverändert) und Salzburg (minus 70), je 200 in Kärnten (minus 80) und Vorarlberg (plus 70) und unverändert 30 im Burgenland.

Diese Zahlen sagen allerdings nichts darüber hinaus, wie viele Schüler den Sprung aus einer Deutschklasse im abgelaufenen Schuljahr in eine Regelklasse heuer geschafft haben. "Befüllt" werden die Deutschklassen nämlich nicht nur mit jenen, die den Wechsel nicht geschafft haben, sondern vor allem mit neuen Schülern, etwa Taferlklasslern.