© APA/ABERJUNG GMBH/UNBEKANNT

Graz
01/10/2022

Schrödingers Hörsaal: Studenten wollen Physiker ein Denkmal setzen

Studentenvertreter fordern, dass im geplanten Center of Physics renommierte Wissenschafter geehrt werden – unter anderem Nobelpreisträger Schrödinger.

von Agnes Preusser

Es soll zwar erst im Jahr 2030 fertiggestellt sein, aber schon jetzt trudeln neue Ideen für das Graz Center of Physics ein. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) will etwa die zukünftigen Namen der Hörsäle mitbestimmen.

Die zukünftigen fünf neue Hörsäle sollen, so der Wunsch der ÖH, Namen von renommierten Persönlichkeiten mit Wirken auf der Universität Graz tragen. „Durch diese einfache Maßnahme könnte die lange Geschichte der Karl-Franzens Universität und ihre Erfolge einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden“, sagt Kilian Posch, Vorsitzender der ÖH Uni Graz.

In Frage kommen dabei einige: Auf der Karl-Franzens-Universität haben alleine elf Nobelpreisträger gewirkt und studiert, darunter bekannte Namen wie Erwin Schrödinger (Nobelpreisträger für Physik) oder Biologe Carl von Frisch (Nobelpreis für Medizin).

 

„Durch eine Benennung nach großen Köpfen wird auch unterstrichen, dass Wissenschaft ein kooperatives System ist, das auf vielen vergangenen Leistungen aufbaut“, so Karoline Gürtl, erste stellvertretende Vorsitzende.

Erinnerungen an Gaisch

Auch andere große Persönlichkeiten, die nie den Nobelpreis erhalten hatten, wie der Ökonom Joseph Schumpeter oder der Geologe Alfred Wegener, stehen auf der Namensliste der ÖH. Wichtig sei den Studentenvertretern außerdem, dass die Erinnerung an Willi Gaisch (1922-2009), Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und ehemaliger Vorsitzenden der steirischen KPÖ, aufrechterhalten bleiben. Der bereits nach ihm benannte Hörsaal an der Uni Graz wird im Zuge des Neubaus abgerissen.

Das Graz Center of Physics wird ein gemeinsamer Standort für die Physik-Institute von Universität Graz und TU Graz. Auf 50.000 m² wird Platz für 1.700 Studierende und 600 Mitarbeiter geschaffen. Noch im vergangenen November wurde das Siegerprojekt des internationalen Architekturwettbewerbs bekannt gegeben. Es stammt vom Architekturbüro fasch&fuchs.

Der Entwurf sieht sechs Obergeschoßen und zwei Untergeschoßen vor. Die Erdgeschoßzone soll öffentlich zugänglich sein, die Raumhöhe wird 5,6 Meter betragen. Hier werden auch die fünf holzverkleideten Hörsäle, der größte für 600 Personen, untergebracht. Das Foyer, wird sich über mehrere Stockwerke erstrecken. Das Untergeschoß ist für Forschung an hochsensiblen Forschungsgeräte vorgesehen, die besondere räumliche Voraussetzungen erfordern, zum Beispiel Elektronenmikroskope, die keine Erschütterung vertragen. In Optiklabore wiederum darf kein natürliches Licht kommen.

Planungsphase läuft

Die Bundesimmobiliengesellschaft investiert 313 Millionen Euro in das Bauprojekt. Derzeit läuft die Planungsphase. Der Baubeginn ist für Ende 2024 vorgesehen. 2030 ist die Übergabe an die Universität Graz geplant.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.