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Chronik Österreich
05/25/2021

Hüttenwirte bangen wegen des Schnees um Wandersaison

Den Gastronomen entstehen Zusatzkosten von 15.000 Euro für die ungeplante Schneeräumung.

von Anja Kröll

Spricht Hans Aschbacher über den Beginn der bevorstehenden Hüttensaison, dann klingt das so: „Bei uns schaut es aus wie im tiefsten Winter.“ Aschbacher ist Wirt der Hagener Hütte auf 2.446 Meter Seehöhe am Mallnitzer Tauern an der Grenze zwischen den Bundesländern Kärnten und Salzburg. Geschätzte Schneehöhe Ende Mai: vier Meter.

Seit mehr als 50 Jahren betreibt die Familie in dritter Generation die über 100 Jahre alte Hütte in der östlichen Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Normalerweise startet die Hüttensaison Mitte Juni. Doch normal ist heuer nichts. „Wir sind mit der Eröffnung zehn bis 14 Tage später dran als geplant.

Die Eröffnung ist für 1. Juli fixiert“, erzählt der Wirt. Davor müsse noch der Weg freigemacht werden. Dafür rücken die Aschbachers mit einem Bagger an, um sich durch die meterhohen Schneewände zu kämpfen.

Kosten für Spezialmaschinen

Damit sind sie nicht allein. Den Österreichischen Alpenverein (ÖAV) erreichte kürzlich ein Hilferuf von Hüttenwirten entlang des beliebten Karnischen Höhenwegs. „Allein um die Zufahrten zu den Materialseilbahnen für die Versorgung der Hütten freizubekommen, mussten 15.000 Euro für die Schneeräumung eingesetzt werden“, sagt Peter Kapelari, ÖAV-Referent für Hütten und Wege. Die Kosten fallen für Spezialmaschinen an.

„Normalerweise erledigen die Hüttenwirte die Schneeräumung mit Radladern, das geht bei diesen Schneemengen nicht. Gerade am Südstau, also in Kärnten und Osttirol, schaut es aus wie auf der Großglockner Hochalpenstraße“, erklärt Kapelari. Über 500 Alpenvereinshütten finden sich in Österreich. 231 werden vom Österreichischen Alpenverein betreut. Einige davon dürften ihre Öffnung um mindestens zwei Wochen verschieben (Info: www.alpenvereinshuetten.at).

25 Grad am Thermometer in Sicht

Das Wetter verspricht zumindest in der kommenden Woche eine leichte Besserung. Diese Woche bleibt es aber noch unterkühlt. „Dann geht es dem Schnee an den Kragen“, sagt Ubimet-Meteorologe Florian Pfurtscheller. Und übernächste Woche könnte es 25 Grad geben. 

Der Hüttenwirt der Hagener Hütte in Kärnten hat für den Fall der Fälle jedenfalls einen Plan B: „Wenn alle Stricke reißen, kaufen wir Schneeketten für unser Quad. Mit Winterausrüstung kommen wir fix auf die Hütte.“ Und die Gäste? Der Wirt schmunzelt: „Wo eine Spur, da ist auch ein Gast.“

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