Viele Kinder tragen die Schultasche nur eine kurze Strecke

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
10/05/2021

Illegale Schule in Villach: Magistrat rückte zu weiteren Kontrollen aus

Insgesamt drei Mal kontrollierte die Behörde eine illegale Privatschule. Ob sie an einem anderen Ort weiterläuft, bleibt unklar.

von Anja Kröll

Der Fall einer illegalen Privatschule, die vor zwei Wochen in Villach nach Hinweisen von Anrainern ausgehoben wurde, ließ die Wogen hochgehen. Nun werden immer mehr Details zur Causa bekannt. Wie dem KURIER bestätigt wurde, gab es seit Auffliegen der Schattenschule zwei weitere Kontrollen in dem Gebäude, in dem die Schule verbotenerweise untergebracht war. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Geschäftslokal.

Betrieben wurde die Schule von einem Verein, dessen Mitglieder „schon früher im Zusammenhang mit Anti-Coronamaßnahmen-Aktivitäten agiert haben“, wie Alfred Winkler, Jurist des Magistrats Villach bestätigt. Die Personen könnten der Querdenker-Szene zugerechnet werden.

Zur Erinnerung: An die zehn Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren, die von ihren Eltern vom Unterricht abgemeldet worden waren, wurden in der Schattenschule unterrichtet. Laut Winkler durchwegs Personen, welche die Corona-Maßnahmen ablehnen würden.

Insgesamt drei Kontrollen im Gebäude durch Behörde 

Im Erdgeschoss des Hauses seien eine Garderobe, ein Computerraum und Lernmaterialien vorgefunden worden. Die erste Kontrolle der Behörden habe am 21. September stattgefunden. Zwei weitere, am 23. und am 28. September. Das Ergebnis: Keine Spur von einem illegalen Betrieb. Dabei hatte die Obfrau des Vereins angekündigt, den Schulbetrieb weiter aufrechtzuerhalten.

„Dazu können wir leider nichts sagen, weil wir es nicht wissen. Wir sind auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen, falls irgendwo Kindergruppen in einem Privathaus auffallen sollten“, sagt Winkler. Den Vorwurf zum Aufruf der Vernaderung lässt er nicht gelten: „Wir haben in den Schulen die strengsten Regeln zu Fluchtwegen oder Feuervorkehrunen und dann sollen Kinder in irgendwelchen Gebäuden einfach so unterrichtet werden? Das ist nicht Vernaderung, das ist zum Schutz der Kinder.“

3.000 Euro Strafe

Denn zur Gründung einer Schule brauche man behördliche Entscheide. Da das Betreten von Privathäusern aber ohne Einwilligung nicht möglich ist, sei es schwer, eine Handhabe zu finden. Im Fall von Villach wurde eine Anzeige über die bewilligungslose Änderung des Verwendungszwecks laut Kärntner Bauordnung eingebracht. Die Strafsanktion reicht bis zu 3.000 Euro.

Aus der Bildungsdirektion in Klagenfurt heißt es, dass Villach ein Einzelfall gewesen sei. „Wir nehmen Meldungen aus der Bevölkerung ernst und gehen diesen nach. Aber seit Schulbeginn sind uns keine Beobachtungen mehr gemeldet worden“, sagt Kärntens Bildungsdirektorin, Isabella Penz.

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