Ernste Lage: Salzburg verlegt vier Covid-Intensivpatienten nach Wien

Intensivstation: Eine Behinderung als Entscheidungsgrundlage, wer behandelt wird und wer nicht, gilt als verpöntes Kriterium.
Während in Salzburg die Intensivbetten-Kapazität aufgestockt wird, sorgt Wien mit der Übernahme für Entlastung.

Im Bundesland Salzburg hat sich die Zahl der Coronapatienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, von Montag auf Dienstag von 38 auf 45 erhöht, der höchste Wert in der Pandemie. Die bisher genannte Obergrenze von 51 Intensivbetten für das gesamte Bundesland ist damit fast erreicht.

Aus diesem Grund werden in den Salzburger Landeskliniken (SALK) vorsorglich weitere Intensivkapazitäten aufgebaut. Wie ernst die Lage ist, zeigt, dass nun auch vier Covid-19-Intensivpatienten von Salzburg nach Wien verlegt werden sollen, wie die beiden Bundesländer am Dienstagabend mitteilten.

Dass bringe "in dieser schwierigen Phase eine wichtige Entlastung", hieß es in einer Aussendung. Die Aufstockung der Covid-19-Intensivbetten in Salzburg sei vorsorglich und umfasse 17 Betten.

„Diese solidarische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist eine der Stärken in Krisenzeiten“, so Salzburgs VP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer und sein Stellvertreter Christian Stöckl. In der Vergangenheit habe auch Salzburg Patienten in schwierigen Situationen übernommen, so wie letzte Nacht einen aus Oberösterreich oder im April 2020 jene drei aus Frankreich.

Verlegungen nach Wien beginnen am Mittwoch

„Im Laufe des morgigen Vormittags wird der erste von vier Covid-Intensivpatienten per Hubschrauber aus Salzburg ins Wiener AKH überstellt. Ein zweiter Patient wird ebenfalls morgen nach Wien geflogen, zwei weitere dann am Donnerstag“, berichtet Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nach einem Telefonat mit Salzburgs Gesundheitslandesrat Stöckl. Der habe gefragt, ob es Wien möglich ist, diese vier Patienten zu übernehmen "und selbstverständlich helfen wir, so gut wir können. Vier Intensivpatienten zu übernehmen, lassen unsere derzeitigen Kapazitäten in Wien zu“, unterstreicht der Wiener Gesundheitsstadtrat.

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