Frontex-Beamte auf Lesbos

© EPA/ORESTIS PANAGIOTOU

Dschihadisten
02/14/2016

Salzburg: Inhaftierte Dschihadisten gestanden Anschlagspläne

Zunächst wurden sie von Frontex-Beamten gestoppt, jetzt sitzen sie in Salzburg in U-Haft.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat einem Medienbericht zufolge am 13. November 2015 weitere Anschläge in Paris geplant. Zwei derzeit in Salzburg inhaftierte Männer hätten österreichischen Ermittlern gestanden, dass sie im Oktober 2015 als Flüchtlinge nach Griechenland gereist seien, zeitgleich mit weiteren Attentätern von Paris, berichtet die "Bild am Sonntag".

Allerdings seien sie von Beamten der EU-Grenzschutzagentur Frontex wegen gefälschter Pässe aufgehalten worden und hätten erst Wochen später weiterreisen können. Laut Bild am Sonntag gab das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz den heimischen Behörden den Hinweis, dass sich das Duo in einer Flüchtlingsunterkunft in Salzburg aufhielt. Am 10. Dezember seien die Männer dort festgenommen worden.

Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat den Bericht von "Bild am Sonntag" gegenüber der APA weder bestätigt noch dementiert. "Es bleibt bei dem, was wir bisher kommuniziert haben", erklärte Staatsanwaltschaft-Sprecher Robert Holzleitner am Sonntag. Derzeit befänden sich sechs Personen wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung in Salzburg in U-Haft.

Die Ermittlungen gegen die sechs Verdächtigen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Holzleitner. Der Staatsanwalt hatte schon mehrmals erklärt, es handle sich um eine Verschlusssache. Er könne vorerst keine weiteren Auskünfte dazu geben - insbesondere deshalb, um die laufenden Ermittlungen nach Paragraf 278b StGB nicht zu gefährden.

Le Parisien: In einem Boot mit Paris-Attentätern

Die französische Boulevardzeitung Le Parisien berichtete, die beiden im Dezember in Salzburg Festgenommenen, ein Algerier und ein Pakistani, seien am 3. Oktober 2015 mit dem gleichen Boot wie zwei der Paris-Attentäter auf die griechische Insel Leros gekommen. Und zwar mit jenen zwei Paris-Attentätern, die ebenfalls falsche syrische Pässe hatten und bis heute nicht identifiziert sind. Dem Bericht zufolge planten der Algerier und der Pakistani nicht weitere Anschläge in Paris, sondern "die französischen Geheimdienste sind überzeugt, dass sie damit beauftragt waren, in einem anderen europäischen Land zuzuschlagen", schreibt "Le Parisien".

Die beiden in Salzburg in U-Haft sitzenden Männer stellten dem "Parisien"-Bericht zufolge einen Asylantrag in Österreich und mussten daher ihre Fingerabdrücke abgeben. Die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit in Europa führte dann zu einem Konnex zu dem Flüchtlingsboot auf Leros: Denn auch die griechischen Behörden hatten den Algerier und den Pakistani, Fozi B. und Faysal A., fotografiert und ihnen Fingerabdrücke abgenommen.

Eine Telefonnummer, die bei Fozi B. und Faysal A. sichergestellt worden sei, sowie Telefongespräche, die sie führten, hätten direkt auf das Umfeld von Abdelhamid Abaaoud verwiesen und seinen Unterschlupf in Athen im Jänner 2015. Abaaoud, der sich offenbar frei im Schengen-Raum bewegen konnte, gilt als Drahtzieher der Paris-Attentate.

Griechenland: Mutmaßliche Dschihadisten festgenommen

In Griechenland haben Sicherheitskräfte zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen in der Grenzstadt Alexandroupolis zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Es handle sich um zwei Iraker im Alter von 22 und 28 Jahren. Dies berichtete am Sonntag der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Polizei.

Die zwei mutmaßlichen Dschihadisten sollen Ausrüstung mit sich geführt haben, die für Scharfschützengewehre notwendig ist. Sie wollten in die Türkei und danach weiter nach Syrien fahren, berichteten die Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei. Auf welchem Weg die Festgenommenen nach Griechenland gekommen waren, blieb unklar. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. Bereits Ende Jänner hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen.

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