Runen im Holztor: Anklage gegen Kärntner Ex-Politiker rechtskräftig

Drei Runen waren am Holzzaun zu sehen.
Verhandlung wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz findet am 10. Mai in Klagenfurt statt.

Seit 2020 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verbotsgesetzes. Im März fiel schließlich die Entscheidung: Gegen einen bekannten Kärntner Ex-Politiker wurde beim Landesgericht wegen des Verbrechens des Verbotsgesetzes Anklage erhoben.

Nun steht auch fest: Diese Anklage ist rechtskräftig. Und: zur Verhandlung kommt es am 10. Mai, wie das Landesgericht Klagenfurt dem KURIER auf Anfrage bestätigte.

Runen auf Holztor neben Radweg

Die Vorgeschichte ist eine lange. Auf dem Holztor, das sich auf dem Grünstück von zwei Kärntner Ex-Politikern befindet, wurden auf einer Holzlatte drei Runen eingefräst. Lange war unklar, wer dafür verantwortlich ist, da sich das Tor direkt an einem Radweg befindet. 

Olga Voglauer von den Grünen brachte schließlich im November 2020 deswegen Anzeige ein. Es soll sich um eine vertikale Wolfsangel-Rune, eine Sigrune und eine Odal-Rune gehandelt haben. 

Runen, Zeichen der Germanen

Zur Erklärung: Runen, ursprünglich Schriftzeichen der Germanen, wurden wie so vieles von den Nationalsozialisten missbraucht. So wurde die "Wolfsangel" in der Hitler-Jugend und von einer Panzerdivision der SS verwendet. Die Sig- oder Siegrune war als doppelte Rune das Abzeichen der SS. Und die Odal-Rune symbolisiert ererbten Besitz, war in der Nazi-Diktatur aber auch das Emblem von SS-Verbänden.

Die Staatsanwaltschaft bestellte schließlich einen Gutachter, der eine Expertise über die Runen im historischen Kontext erstellte.

2021 wurden die Ermittlungen gegen einen der beiden Ex-Politiker aus Beweisgründen schließlich eingestellt.

Nun wird sich zeigen, wie das Urteil gegen den zweiten Ex-Politiker lautet. Die Holzlatte am Tor wurde bereits ausgewechselt.

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