Mit diesem Rettungsboot rückten Spitzer Feuerwehrleute aus

© Feuerwehr Spitz

Chronik Österreich
07/11/2019

Ruderer stürzten in Donau: Linienschiffskapitän schickte Hilfe

Schiffsbesatzung und Teams der Feuerwehren retten vier Sportler aus der Donau

von Gilbert Weisbier

Ein mögliches Drama auf der Donau haben Donnerstagmittag der Kapitän eines Linienschiffes und die Einsatzkräfte der Feuerwehr durch beherzte Reaktion und gute Zusammenarbeit verhindert. Gegen 11.30 Uhr war ein mit fünf Personen besetztes Sportruderboot knapp oberhalb von Spitz gekentert, nachdem es gegen eine Boje gekracht war und leckte. Vier Insassen klammerten sich an das Boot, eine Person war kurzzeitig verschwunden. Schließlich konnten aber alle in Sicherheit gebracht werden.

„Wir haben gerade angelegt, als ich flussaufwärts etwas Gelbes gesehen habe, das nicht gepasst hat“, erzählt Herbert Reisinger. Der Kapitän des Linienschiffes „MS Austria“ der Firma Brandner, seit 23 Jahren beim Unternehmen, hatte das richtige Gefühl. „Ich habe dann ein gekentertes Boot erkannt und einige Leute im Wasser bemerkt“, berichtet der Kapitän weiter. Darauf habe er zwei Matrosen seiner Besatzung mit dem Beiboot, einer motorisierten Motorzille, ausgeschickt, um zu helfen.

„Die Leute vom Schiff haben das Ruderboot mit einem Seil am Standort gehalten, damit es nicht noch weiter abtreibt. So konnten wir uns auf die Bergung der Personen im Wasser konzentrieren“, berichtet Christian Gritsch, der gemeinsam mit zwei Kameraden eine 51-jährige Wienerin, sowie drei Deutsche im Alter von 54, 62 und 72 Jahren an Bord des gut sechs Meter langen Rettungsbootes der Feuerwehr Spitz hievten.

Kurz durchfuhr es die Rettungskräfte dann noch heiß, als man die fünfte Person nicht gleich finden konnte. „Wir haben schon begonnen, das Wasser abzusuchen, als die Meldung kam, dass ein 33-jähriger Mann schwimmend das Ufer erreicht hatte“, erzählt Florian Stierschneider von der Feuerwehr Weißenkirchen.

Gritsch brachte die Geretteten, eine Wienerin und drei Männer aus Deutschland in den Spitzer Hafen. Die Frau war leicht verletzt.

Wanderfahrt

Die Sportler hatten eine Wanderfahrt von Passau nach Wien geplant. Nahe Spitz wollten sie einem Schubverband ausweichen und stießen gegen eine Boje.

Kapitän Reisinger und Feuerwehrmann Gritsch, der dem Schiffsteam ein Kompliment für die hilfreiche Aktion ausspricht, sind einig: „Man darf die Donau speziell mit ihrer Strömung in der Wachau nicht unterschätzen.“ „Sicherheit ist uns ein Anliegen, das wir bis ins Detail ernst nehmen. Ich bin stolz auf unsere Leute“, sagt die Eignerin der MS Austria, Barbara Brandner. Der einer der betroffenen Ruderer, Stefan Siebrecht aus Frankfurt, persönlich dankte.