Rosemarie Drexler: „So lasse
ich nicht mit mir umgehen.“

© KURIER/Walter Schweinöster

Salzburg
08/18/2014

"Wie zum Abschuss freigegeben"

Suspendierte Bezirkschefin von Zell am See wehrt sich gegen Vorwürfe / IT-Fehler im Strafamt Salzburg.

von Elisabeth Holzer

So lasse ich mit mir nicht umgehen. Ich fühle mich wie zum Abschuss freigegeben." Rosmarie Drexler, suspendierte Bezirkshauptfrau von Zell am See, schießt scharf zurück: Ihr Anwalt prüft, ob der Salzburger VP-Personallandesrat Johann Schwaiger nicht etwa wegen Mobbings rechtlich zu belangen sei.

Wie berichtet, wurde die Beamtin vor kurzem suspendiert. Einiges an Vorwürfen habe sich angesammelt, hieß es seitens des Landes. So seien Strafakten liegen gelassen worden, die Tatbestände verjährt. Die Schadenshöhe soll bis zu 400.000 Euro betragen. Dann sei da auch noch der Fall um den Dienstwagen, der an die Korruptionsstaatsanwaltschaft ging: Es gäbe "Ungereimtheiten", etwa in Bezug auf Nutzung und Fahrtkosten, ließ Landesrat Schwaiger wissen.

Nun kontert die Juristin. Bezüglich der Strafakten habe sie mehrmals nach Kontrollen beim Land verlangt. "Ich wurde abgewimmelt." Deshalb habe sie selbst Beamte prüfen lassen. Die Sache mit dem Dienstauto nennt Drexler "absurd": "Niemand redet davon, dass ich dem Land 15 Jahre lang einen Chauffeur gespart habe."

Im Büro des Landesrates nimmt man den Mobbing-Vorwurf gelassen: "Das ist aus der Luft gegriffen. Es muss ja erlaubt sein, Missstände aufzudecken."

Arrest erspart

Mit einem kuriosen Missstand kämpfte man auch im Magistrat Salzburg. Verwaltungsstrafen, die nach der ersten Exekution als nicht eintreibbar eingestuft worden sind, wurden bis vor einem Jahr überhaupt nicht mehr weiterverfolgt und fallen gelassen. Allerdings nicht wissentlich, beteuert Winfried Wagner, Vize-Magistratsdirektor. "Das wäre ja Amtsmissbrauch. Es war ein Fehler in der Computersoftware."

Da das Geld ohnehin nicht einbringlich war, sei der Stadt kein Schaden entstanden. Kolportierte Summen von rund 300.000 Euro seien rein fiktive Hochrechnungen. "Aber ja, praktisch haben wir ein paar Leuten die Ersatzfreiheitsstrafe erspart."

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