Red-Bull-Pilot stürzte mit Jet in den Tod

APA12556972 - 01052013 - BAUMKIRCHEN - ÖSTERREICH: Das Wrack an der Unfallstelle nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges bei Baumkirchen im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land am Mittwoch, 1. Mai 2013. Der Pilot soll dabei ums Leben gekommensein. APA-FOTO: DANIEL LIEBL
Ein Flugzeug der Flying-Bulls-Staffel stürzte in Baumkirchen bei Innsbruck direkt neben der Straße ab. Der Pilot wurde getötet.

Kurz nach 16 Uhr ging am Mittwoch eine Meldung über den Radio-Verkehrsfunk: Die Inntalautobahn muss wegen einer Flugzeugnotlandung gesperrt werden. Der Pilot eines Minijets war über Uderns in Tirol in Probleme geraten. Die Polizei ließ die A 12 sofort in beide Richtungen abriegeln. Doch die Maschine zerschellte neben einer kleinen Straße zwischen Mils und Baumkirchen östlich von Innsbruck.

Bei der versuchten Landung verfehlte das Flugzeug nur knapp das Heim von Waltraud Klingenschmid. „Er ist rapide heruntergekommen. Es hat so ausgeschaut, als ob er in mein Haus kracht. Aber dann hat er noch eine Kurve gemacht.“ Die Maschine habe dann mit dem Flügel den Asphalt der Straße gestreift und sei am Hang daneben zerschellt – direkt neben dem parkenden Auto der Nachbarn von Klingenschmid.

„Ich habe zuerst gedacht, dass das ein Modellflugzeug ist, weil es so klein war“, sagt die 62-Jährige. Erst als sie gesehen hat, dass ein Mensch in der Maschine sitzt, wurde ihr klar, dass es sich um ein richtiges Flugzeug handelt. Eine zufällig mit dem Rad vorbeikommende Ärztin habe noch Erste Hilfe leisten wollen. Aber der Pilot war bereits tot. Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um einen sogenannten Microjet BD5. Er ist gerade einmal 3,8 Meter lang.

Auftritt bei Flugshow

Der Pilot war Teil der Flying-Bulls-Staffel des Salzburger Getränkekonzerns Red Bull. Diese war beim KINI Fullgas Tag in Schlitters im Zillertal als Showact im Programm (siehe Seite 32). Der Event mit Actionprogramm wird alljährlich von der Tiroler Motorsport-Ikone Heinz Kinigadner organisiert. Rund 20.000 Motorsportfans pilgerten zu der Veranstaltung ins Zillertal. Das Fest wurde von dem tragischen Ereignis überschattet.

Betroffen zeigte sich Kathrin Strobl, Pressesprecherin der Veranstaltung, bei der der Unglückspilot noch mit dem Minijet aufgetreten war: „Bei der Show gab es keine Probleme. Der Pilot hat sich nach seinem Flug noch bei uns verabschiedet und sich dann auf den Weg nach Innsbruck gemacht. Wir bedauern den Vorfall sehr.“

Laut Red Bull handelte es sich bei dem Abgestürzten um „einen langjährigen und erfahrenen Piloten“. Beim Rückflug von dem Event sei es zu Motorproblemen gekommen. Der Flieger konnte den Tower in Innsbruck noch darüber informieren. Er wollte den Flughafen der Landeshauptstadt erreichen, kündigte aber auch eine mögliche Notlandung auf der A12 an.

Warum das nicht mehr gelungen ist, stand gestern nicht fest. Das Landeskriminalamt Tirol ermittelt. Ein Sachverständiger untersucht das Wrack.

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