Chronik | Österreich
03/18/2013

Razzia als Flop: Pokerspiel im Casino geht munter weiter

Die Betreiber des Grazer Alpha-Casinos stellten einfach neue Spieltische auf.

Am Wochenende wurde im Grazer Alpha-Casino bereits wieder gepokert wie zuvor. Die erste große Pokerrazzia dürfte sich damit als Schlag ins Wasser entpuppen. Wie berichtet, waren am Freitagabend 25 Finanzbeamte und Polizisten in den Spiel-Tempel gestürmt und hatten die gesellige Pokerrunde kurzerhand aufgelöst.

Das Kuriose an der Sache: Es wurde nicht der Spielbetrieb verboten, sondern die Pokertische wurden gesetzlich wie Automaten behandelt und lediglich plombiert. Die Betreiber stapelten diese Tische einfach auf die Seite und stellten am nächsten Tag neue Spieltische auf. Seither wird wieder gezockt.

Auch sonst dürfte die Aktion rechtliche Probleme aufwerfen. So ist nur das Spielen um höhere Einsätze strafbar. Was zunächst einleuchtet, ist in der Praxis genau andersherum. „Als höherer Einsatz gelten zehn Euro und mehr“, erklärt Wilfried Lehner, Leiter der Finanzpolizei. „Das ist etwa bei einem Pokerturnier gegeben, wo ein buy-in als Eintritt bezahlt wird.“ Dabei muss ein einfacher Einsatz von rund 50 Euro geleistet werden. Dafür gibt es Jetons, mit denen den ganzen Abend gespielt wird, ohne nachzukaufen. Mehr als dieses buy-in kann man nicht verlieren.

Erlaubt ist hingegen das Spiel um Echtgeld bei dem hohe Summen den Besitzer wechseln. Bei diesen Cashgames beträgt der Grundeinsatz (Blinds) meist nur ein bis fünf Euro. Diese zählen für das Gesetz, auch wenn im Sekundentakt um hunderte Euros erhöht werden kann.