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Chronik | Österreich
03/17/2013

Erste große Polizeirazzia gegen Poker-Casinos

Finanz stürmte Pokerrunde. Brisant: Eine Beamtin ist selbst Spielerin.

Plötzlich stürmten 25 Polizisten und Finanzbeamte herein, stellten grußlos Karten mit Nummern auf die Pokertische und schossen Fotos von uns allen“, berichtet Jürgen Molnar. „Ich bin mir vorgekommen wie ein Schwerverbrecher. Wir mussten sitzen bleiben und durften nicht einmal aufs Klo.“ Nach einer Stunde war der Einsatz in der Nacht auf Samstag im Grazer Alphacasino vorbei. Der Zockertempel bleibt vorerst geschlossen.

Zumindest eine Beamtin war der Spielerrunde nicht unbekannt: Sie soll selbst leidenschaftliche Pokerspielerin sein. „Sie war schon ein paar Mal in diesem Casino“, berichtet Molnar. Er sprach sogar ihren Chef darauf an. Ergebnis: Die Frau bekam einen roten Kopf und leugnete alles. Ein Disziplinarverfahren ist nun denkbar.

Seit Jahreswechsel warten die heimischen Pokerbetreiber auf diese erste große Razzia. Denn seit Jänner ist das Kartenspiel nur noch in den Casinos Austria erlaubt, eine Lizenz für einen weiteren Betreiber ist noch nicht ausgeschrieben. Deshalb hofften die Cardcasinos, die sich im Recht sehen, auf eine Gnadenfrist. Als Spieler oder Kartengeber (Dealer) mache man sich derzeit nicht strafbar, erklärt Wilfried Lehner, Chef der Finanzpolizei. „Aber sie kommen als Zeugen infrage.“ Deshalb wurden die Personalien aufgenommen. „Täter ist, wer die Spiele organisiert. Die Lage ist seit Jahresbeginn eindeutig: Poker ist ein Glücksspiel. Wer es anbietet, der kann gegen Paragraf 168 verstoßen, das ist illegales Glücksspiel.“

Auch der größte Anbieter, das Concord Card Casino (CCC), müsse bald mit Besuch rechnen. „Wir kümmern uns um alle Pokeranbieter, aber nicht gleichzeitig“, kündigt Lehner an.

Nach der Razzia spielten die Pokerfreunde daheim in Privatrunden weiter.

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