Chronik | Österreich
25.07.2017

Räuberin tarnte sich mit Bart und verspielte Beute

Siebeneinhalb Jahre Haft für zwei Überfälle in der Steiermark. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Es braucht wohl diesen Einschnitt in meinem Leben", seufzt die Angeklagte und gibt zu: Die Überfälle auf eine Bank in Graz und eine in Kirchbach gehen auf ihr Konto. Von der Beute - 20.000 Euro - ist aber nichts mehr übrig: Sie habe Suchtgift damit besorgt, den Großteil aber an Automaten verspielt.

Drogen- und Spielsucht seien auch ihr Motiv, betont die 32-Jährige. Abhängig seit sie 14 Jahre alt war, Entziehungskuren, Kampfsport, den sie verletzungsbedingt aufgeben musste. "Ich war verzweifelt und in Panik." Sie habe Geld für eine Wohnung gebraucht.

Bewaffnet mit einer Gaspistole und maskiert mit einem Schnurrbart sowie schlabbriger Kleidung eines 70-jährigen Freundes wollte sie beim ersten Überfall am 10. Februar in Graz als Mann durchgehen. "Geld in großen Scheinen. Sonst haben wir ein Problem": Diese Botschaft auf dem Zettel schob die Räuberin zum Schalterbeamten, die Waffe lag daneben. "Sie sind lässig am Tresen gestanden", kommentiert ein Richter am Dienstag. Im Gegenteil, beteuert die Angeklagte: Sie habe "ganz weiche Knie" gehabt und zuvor schwere Medikamente geschluckt.

Beim zweiten Überfall fünf Wochen später maskierte sie sich gar nicht mehr, doch da wartete ohnehin schon die Polizei auf sie. Die 32-Jährige wurde nach einem Tipp observiert. Der 70-Jährige, den sie im Entzug kennenlernte, hat sie als Haushaltshilfe engagiert. Doch ihm soll sie ebenfalls Geld abgenommen haben.

Das Urteil: Siebeneinhalb Jahre Haft, nicht rechtskräftig.