Chronik | Österreich
30.08.2018

"Puma": Kickls Grenzschutzübung kostete mehr als halbe Million Euro

Fast 900 Beamte stoppten Polizeischüler, die Flüchtlinge mimten: "Pro Borders" kostete weit mehr als bisher angegeben.

20 Minuten dauerte die Vorstellung von „Pro Borders“. Das war jene Übung Ende Juni am Grenzübergang Spielfeld, zu der Innen- und Verteidigungsministerium Hunderte Beamte abkommandierten. Damit sollte laut der Regierung "ein klares Signal an die Welt hinaus" gesendet werden, wie Österreich mit Flüchtlingen an der Grenze umgehen wolle. Unter anderem mit einer eigenen Grenzschutztruppe, "Puma" genannt.

Diese 20 Minuten kosteten eine satte halbe Million Euro. Und damit fast doppelt so viel wie bisher bekannt: Vier Tage nach dem medial inszenierten Planspiel bezifferte das Innenministerium seinen Kostenanteil nämlich noch mit 205.000 Euro.

Auf Anfrage der SPÖ-Abgeordneten Irene Hochstettner-Lackner mussten Innenminister Herbert Kickl und Verteidigungsminister Mario Kunasek, beide FPÖ, aber nachrechnen (lassen) und nachbessern: Das Innenministerium schraubte seinen Kosten nun auf 291.000 Euro hoch, das Verteidigungsministerium bezifferte seine Ausgaben mit 245.000 Euro, insgesamt also 536.000 Euro. Darin umfasst sind Kosten für 676 Polizisten und 204 Soldaten. Allein die Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung der Polizeibeamten belief sich auf rund 90.000 Euro.