Chronik | Österreich
07.09.2018

Pröll zu Problemwölfen: "Abschuss ist sicher das Ziel"

Die derzeitige Population sei nicht entscheidend, sondern deren weitere Entwicklung, sagt Landesjägermeister Josef Pröll.

„Ich appelliere an alle, die als Tierschütze in den warmen Stuben Wiens sitzen und den Wolf begrüßen, sich an jene zu wenden, die in den ländlichen Gegenden täglich um ihr Brot wirtschaften“, meint Landesjägermeister Josef Pröll auf die Frage, ob Jäger mit falschen Wolfszahlen Panik schüren. 15 Wölfe sollen sich laut Beobachtern derzeit in Niederösterreich aufhalten.

Die derzeitige Population sei aber gar nicht entscheidend, sondern deren weitere Entwicklung und wie der Mensch damit umgehe: „Wir haben nachgewiesene Wolfsrisse. Der erste Schritt mit Weidezäunen hat nicht funktioniert. Der zweite Schritt – der Einsatz von Gummigeschossen und das Abfeuern von Schreckschüssen ist richtig, auch wenn sich manche Leute darüber echauffieren.“ In einem dritten Schritt müsse laut Pröll die Entnahme von Problemtieren angedacht werden, so wie das in einigen anderen europäischen Ländern bereits der Fall sei.

Reservate, in denen sich der Wolf ausbreiten kann, sieht Niederösterreichs ranghöchster Jäger nicht als zielführend. Zu dicht besiedelt sei das Land und nicht vergleichbar etwa mit den Weiten Finnlands oder Sibiriens. Dementsprechend fordert Pröll die Politik auf, eine für alle Seite befriedigende Lösung zu finden. „Wenn Prädatoren wie der Wolf zurückkommen, muss man mit Augenmaß vorgehen. Das gilt für jene, die den Totalabschuss fordern genauso, wie für Menschen, die sich für eine ungeregelte Vermehrung einsetzen.“

Weidwerk gilt für alle

Feststeht für den Landesjägermeister, dass der Abschuss von Wölfen derzeit verboten ist und sich somit alle daran zu halten haben: „Fehler können passieren, aber wer sich bewusst dem weidmännischen Verhalten widersetzt, gehört bestraft.“

Dementsprechend hat er auch keine Befürchtungen, dass der derzeit diskutierte Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagd von den 120.000 Jägern in Österreich ausgenutzt werden könnte, um während der Schonzeit zu jagen. Es handle sich bei diesem Schritt um eine gesundheitliche Maßnahme, um das Gehör von Jäger und Jagdhund zu schonen. Besonders da trotz Dämpfer der Überschallknall weiterhin weit hörbar sei.