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Gesundheit
09/27/2016

Probebetrieb für eMedikation verlängert

Hauptverband pocht dennoch auf rasche flächendeckende Einführung

von Josef Gebhard

Der Probebetrieb der eMedikation im steirischen Bezirk Deutschlandsberg geht in die Verlängerung. Er hätte eigentlich Ende September abgeschlossen werden sollen, dauert nun aber laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger doch bis Ende November.

Bei der eMedikation sollen sämtliche Medikamente, die einem Patienten verschrieben werden, elektronisch erfasst werden. Das soll Mehrfach-Verordnungen und gefährliche Wechselwirkungen zwischen einzelnen Arzneien verhindern.

Von den ursprünglich 30 am Pilotprojekt angemeldeten Ärzten nehmen laut Hauptverband derzeit 19 tatsächlich teil. Anfängliche Kinderkrankheiten seien beseitigt. Eine Verlängerung des Probebetriebs sei nötig, um auch jenen Ärzten einen Test zu ermöglichen, bei denen die Software erst kürzlich installiert werden konnte. Am 1. Dezember soll die eMedikation aber verpflichtend im gesamten Bezirk Deutschlandsberg starten. Im ersten Quartal 2017 soll dann die bundesweite Einführung beginnen, die im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein soll. "Es ist das Gebot der Stunde, die eMedikation so schnell wie möglich auf ganz Österreich auszurollen", sagt Ulrike Rabmer-Koller, Chefin des Hauptverbandes. Jetzt brauche es nur noch eine Verordnung des Gesundheitsministeriums.

Die technischen Voraussetzungen seien jedenfalls gegeben. Im Bezirk Deutschlandsberg könnten derzeit 94 Prozent der Ärzte, die mit dem eCard-System ausgestattet sind, an die eMedikation angeschlossen werden, in der gesamten Steiermark seien es 90 Prozent und bundesweit 70 Prozent.

Ärztekammer-Kritik

Die Ärztekammer bleibt weiter skeptisch. Sie spricht von schweren technischen Mängeln während des Probebetriebs. Auch die Finanzierung der Software-Installation sei ungeklärt. "Manche Kollegen müssen die gesamte EDV tauschen, es fallen Kosten an, die bis in den fünfstelligen Bereich reichen", sagt Vizepräsident Johannes Steinhart. "Es ist nicht einzusehen, dass dafür die Ärzte aufkommen müssen." Für Steinhart ist die Zahl der im Probebetrieb beteiligten Ärzte viel zu gering, um jetzt schon Schlüsse über die Tauglichkeit des Systems ziehen zu können.

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