Chronik | Österreich
07.09.2018

Polizei warnt mittels YouTube-Video vor "Kautions"-Betrugsmasche

Potenzielle Opfer sollen verstärkt über informiert werden. Form dieses Betrugs nimmt seit Juni zu.

Aufgrund der Vielzahl von Fällen mit "Kautions"-Betrug, wo meist ältere Opfer um ihr Erspartes gebracht werden, setzen die Behörden auf verstärkte Aufklärung. So wurden und werden laut Bundeskriminalamt (BK) Banken und öffentliche Einrichtungen sensibilisiert. Zudem klärt nun auch ein Film der Wiener Exekutive auf dem YouTube-Kanal von Innenministerium und Polizei über das Delikt auf.

Chefinspektor August Baumühlner vom Landeskriminalamt warnte in dem Video vor dieser Form des Vorauszahlungsbetrugs, die seit dem Juni zunimmt. Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus, teilen den Opfern mit, dass eines ihrer Familienmitglieder einen Verkehrsunfall mit Verletzten verursacht hätte und nun eine hohe Geldsumme bezahlt werden müsse. Kautionen müssten etwa hinterlegt werden, weil die Versicherung nicht einspringt, erläutert Baumühlner die Vorgehensweise. "Als Zusatz hört man dann im Hintergrund oft noch die vermeintliche Tochter", die dann mit weinerliche Stimme um die Unterstützung bittet. Das BK bittet im Zusammenhang mit der Videoveröffentlichung die Bevölkerung erneut darum, ältere und betagte Personen zu informieren. Sie sind potenzielle Opfer dieser dem Neffentrick ähnelnden Betrugsform.

Richtiges Verhalten

Zur Prävention wird geraten, Telefonate, bei denen Geldleistungen gefordert werden, sofort abzubrechen. Weder sollen sich Betroffene auf Diskussionen einlassen, noch auf Forderungen eingehen. Wenn sich jemand als Polizist ausgibt: im Zweifelsfall immer Dienstausweise zeigen lassen. Die scheinbar betroffenen Verwandten gilt es zu kontaktieren, um die Echtheit eines vermeintlichen Vorfalls nachzuprüfen. In Haus oder Wohnung sollten keine unbekannten Personen gelassen werden. Ist es zu einem Betrug gekommen, sind alle Informationen zum Täter (wie Aussehen, Kleidung, Sprache, Autokennzeichen, Autofarbe etc.) wichtig. Umgehend soll Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstattet werden.

Vincenz Kriegs-Au vom BK rät Betroffenen im Falle des Falles die Telefonnummer der jeweiligen Polizeidienststelle anzurufen, um so zu prüfen, ob ein angeblicher Polizist tatsächlich dort arbeitet. Grundsätzlich gilt: "Vonseiten der Polizei wird niemals Geld per Telefon gefordert." Die Betrüger sind vor allem in Ostösterreich aktiv. Alleine in Linz wurden vergangene Woche an einem Tag insgesamt acht Versuche registriert, älteren Personen Geld auf diese Weise herauszulocken.