Chronik | Österreich
21.11.2018

Siebenfachjackpot: Plötzlich Multimillionär – und nun?

16 Millionen Tipps werden für die Ziehung erwartet. Finanzplaner rät Gewinnern ein Beraterteam.

Erstmals in der Geschichte von „6 aus 45“ geht es bei der Ziehung heute, Mittwochabend, um einen siebenfachen Jackpot. Sagenhafte 14 Millionen Euro sind im Topf. Doch was tun mit so viele Geld im Gegenwert von 78 Porsche Cayenne Turbo? Kündigen, um die Welt reisen, ein Schloss kaufen?

In der Welt des Luxus ist mit der zweistelligen Summe am Konto schon die eine oder andere Spielerei der Superreichen möglich. Erwerben könnte der Gewinner/die Gewinnerin etwa eine 14,2 Hektar große Privatinsel auf den Bahamas samt Haus und Dock um rund 10,5 Millionen Euro oder eine 35 Meter lange Luxus-Yacht von Porsche um 12,9 Millionen Euro.

Sportfans könnten sich mit dem Gewinn einen „eigenen“ Fußballer oder gar ein Team leisten: Laut transfermarkt.at etwa Salzburgs-Goalgetter Munas Dabbur (12,5 Mio. Euro), den Bundesliga-Torschützenkönig des Vorjahres. Auch der gesamte Kader von SC Rheindorf Altach (12,35 Mio. Euro) oder FC Admira Wacker Mödling (10,08 Mio. Euro) könnte gestemmt werden.

Ebenfalls leistbar wären international bekannte Spieler‚ wie PSG-Kapitän Thiago Silva (10 Mio. Euro), Bayerns Flügelspieler Arjen Robben (7 Mio. Euro) oder Ex-Liverpool Torhüter Loris Karius (12 Mio. Euro).

Im Luxusimmobilien-Bereich allerdings ist selbst der größte Lotto-Gewinn nicht groß genug – zumindest in der Bundeshauptstadt. Nach Kauf einer Villa samt Nebenhaus in Döbling ist der Gewinn restlos verprasst. Allerdings ginge sich Schloss Ruegers in Riegersburg, NÖ, um 4,9 Millionen Euro „nebst einiger anderer Lustbarkeiten“ aus, wie Immobilienmaklerin Evelyn Hendrich verrät. Auch eine Jahrhundertwende-Villa samt 6800 großem Grund und Pool sowie Gästehaus in Klosterneuburg wären drin. „Da lebt man dann wirklich wie Gott in Frankreich“, sagt Hendrich. Apropos: Leistbar wäre im dortigen Loiretal auch ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert samt 32 Hektar großen Ländereien.

"Warum eigentlich, Herr Kraft-Kinz?"

Oder spenden?

Wer lieber karitativ sein mag, kann etwas bewegen: Um 14 Millionen Euro könnten 280.000 Obdachlose mit einem Gruft-Winterpaket versorgt werden. „Oder ich könnte in jedem Bezirk fünf Sozialmärkte aufsperren“, sagt Sozialmarkt Wien-Gründer Alexander Schiel. Möglich wäre es auch, alle 200.000 sozial schwachen Menschen in Wien zehn Jahre lang auf Urlaub einzuladen, meint er.

Wofür sich der glückliche Lotto-Gewinner auch entscheidet, Finanzplaner Georg Kraft-Kinz rät diesem jedenfalls erst einmal, ruhig zu bleiben. „Was ich empfehle, ist, dass sich der Gewinner ein gutes Beraterteam holt“, sagt er. Und zwar bestehend aus einem Vermögens- und Steuerberater sowie einem Rechtsanwalt. Dann müsse man sich überlegen, was man mit dem Geld anfangen möchte. So gebe es Gewinner, die sich einen Traum mit einem Gasthaus oder einer Brauerei erfüllt haben. Andere veranlagen es. Hier rät Kraft-Kinz zu konservativen Formen wie einem Aktienfonds-Depot. „Ich kann Gewinnern nur empfehlen, es ruhig und gelassen anzugehen.“ Und auch weiter arbeiten zu gehen, „weil Arbeit ärgert uns zwar oft, aber sie stiftet Lebenssinn. Man kann nicht die ganze Zeit den Kontostand beobachten.“

Der Traum vom ersten Siebenfachjackpot