© KURIER/Martin Gnedt

Gehälterstreit
03/13/2015

Pflegekräfte beharren in Salzburg auf mehr Geld

Zuspitzung. Es droht Dienst nach Vorschrift.

Die Aufregung um die Einkommen der Ärzte an Spitälern schwappt nun von den Ärzten auf das Pflegepersonal über. Auch das fordert in mehreren Bundesländern mehr Geld. Besonders in Salzburg droht die Lage zu eskalieren. Pflegemitarbeiter, Radiologietechnologen und medizinisch-technische Assistenten fordern eine Erhöhung der Grundgehälter wie bei den Ärzten um rund 30 Prozent. Bei der mittlerweile dritten Betriebsversammlung Mittwoch sei ein klares Signal gesetzt worden, nicht von der Forderung nach mehr Geld abzugehen, sagte Betriebsratsvorsitzende Christine Vierhauser.

Kommt es zu keiner Lösung, droht ab 1. April Dienst nach Vorschrift und damit eine massive Einschränkung im Spitalsbetrieb. Bis zu diesem Stichtag erlaubt eine Betriebsvereinbarung noch längere Dienste. Wenn diese ausläuft, sind nur noch durchschnittlich 48 statt derzeit bis zu 60 Wochenstunden und Dienste in einem Stück von 13 Stunden statt derzeit bis zu 25 Stunden möglich. Eine Verlängerung dieser Betriebsvereinbarung lehnt der Betriebsrat ab.

Wie bei den Ärzten wurde auch bei den Pflegern die maximal zulässige Arbeitszeit von durchschnittlich 60 auf 48 Stunden in einem Durchrechnungszeitraum von mehreren Monaten gesenkt.

Unterschriftenaktion

In Tirol werden indes von den Interessensvertretern des nichtärztlichen Personals weiter Unterschriften an allen Spitälern des Landes gesammelt, um damit Druck für eine Erhöhung der Gehälter aufzubauen. Nun hat der Betriebsvorsitzende der Tiroler Landeskrankenhäuser, Gerhard Hödl, die Forderung nach der gewünschten Erhöhung kund getan: 20 Prozent mehr Lohn.

Mit der Reduzierung der Arbeitszeit der Pflegekräfte in Folge des neuen Arbeitszeitgesetzes hänge die Forderung übrigens nicht unmittelbar zusammen. Dies sei in Tirol nicht das große Problem. Vielmehr gehe es im Pflegebereich darum, dass die Arbeitsanforderung mittlerweile so hoch geworden sei. Ähnlich wird auch in Kärnten argumentiert, wo bereits an einem neuen Gehaltsschema für das Pflegepersonal in den Kabeg-Krankenhäusern des Landes gearbeitet wird. Die Eckpfeiler sollen bis zum Herbst 2015 stehen. In Oberösterreich starten die Verhandlungen mit den Pflegekräften über höhere Gehälter im Zuge des neuen Arbeitszeitgesetzes am 24. März. Bis Juli will man fertig sein. Es geht um knapp 24.000 Beschäftigte und ein Gehaltsvolumen in der Größenordnung von 900 Millionen Euro.

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