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Chronik Österreich
02/10/2021

Operation Luxor: 57 Konten wieder freigegeben

Muslimbrüder: Aber zahlreiche Konten bleiben weiterhin gesperrt

von Kid Möchel, Dominik Schreiber, Michaela Reibenwein

101 Beschuldigte, 21.000 Stunden Observationen und Dutzende Bankkonten beschlagnahmt – die Ermittlungen zur Operation Luxor gegen angebliche Anhänger der Hamas und der Muslimbruderschaft sprengen alle Grenzen. Kein Wunder, werden doch die Beschuldigen verdächtigt, Geld an die beiden Terrororganisationen weitergeleitet zu haben. Bei der Razzia im November 2020 konnten nur rund 390.000 Euro Bargeld sichergestellt werden. Das macht gerade einmal 3.861 Euro pro Beschuldigtem.

Halten die Vorwürfe?

Laut dem KURIER vorliegenden Ermittlungsakten hat die zuständige Staatsanwaltschaft Graz Anfang Februar 2021 großflächig die Aufhebung sichergestellter Bankkonten angeordnet. So wurden allein bei zwei Banken 57 Konten wieder freigegeben, darunter sind auch drei Konten des „Liga Kultur Vereins“. Das ist jener Verein, der in Graz die Al-Nur-Moschee betreibt, die der Muslimbruderschaft zugerechnet wird. „Wenn sie sogar die Konten jenes Vereins freigeben, der der zentrale Ausgangspunkt dieser Ermittlungen war, dann gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Es waren entweder die falschen Konten oder der Vorwurf der Terrorismusfinanzierung stimmt nicht“, sagt ein Verteidiger zum KURIER.

Sechs Konten des Beschuldigten Mohammed M. und sieben von Mamdouh E. wurden freigegeben.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Graz hat für die Aufhebung eine Erklärung: „Es handelt sich um Konten, wo keine Geldbeträge mehr drauf sind. Diese Konten wurden freigegeben“, sagt Staatsanwalt Hansjörg Bacher zum KURIER. „Das hat an sich nichts mit dem Tatverdacht zu tun.“ Laut Bacher gibt es noch zahlreiche Konten, auf denen etwas drauf ist, die sichergestellt bleiben. Im Falle einer Verurteilung werden die Kontoguthaben zugunsten der Staatskasse eingezogen.

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