Mythos Geschichte

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Chronik Österreich
12/27/2019

Oft heidnische Wurzeln: Der Ursprung unserer Bräuche

Unser Brauchtum ist nichts "Fertiges". Es ist einem ständigen Entwicklungsprozess unterworfen.

Brauchtum muss sich anpassen können. Es kann auch untergehen und irgendwann, wenn es wieder gebraucht wird, in bewährter oder auch erneuerter Form wieder auferstehen.

„Der alte Brauch des „Fensterlns“ ist zum Beispiel sinnentleert, wenn die Kammertür weit offen steht, “ so Brauchtumsexperte Wolfgang Lattacher. Beim Fensterln machte der Mann während der Nacht heimlich der Geliebten seine Aufwartung, indem er mit Hilfe einer Leiter zum betreffenden Fenster kletterte.

Brauchtum heutzutage

Brauchtum kommt vom brauchen. „Wir leben in einem Spannungsverhältnis zwischen Vernunft und Gefühl. Brauchtum erzählt uns vom einfachen Leben, wie das Volk arbeitet, seine Feste feiert, vom Glauben und Aberglauben. „Das Brauchtum des Volkes ist das Spiegelbild seiner Seele,“ so Lattacher. Die Entwicklung des Brauchtums war stets ein Nehmen und Geben zwischen den Völkern und Kulturen. Aus heidnischen Bräuchen sind religiöse Brauchhandlungen entstanden.

Fordert zum Beispiel ein Brauch das Laufen über die Felder, nimmt man als Ursprung einen alten Fruchtbarkeitszauber an. Werden Feuer zum Mittelpunkt einer Brauchhandlung, vermutet man alten Sonnenkult. Für die Geisterabwehr dient der Lärmbrauch. Böllerschießen wird also altem heidnischen Brauchhandlungen zugeschrieben. Interessanterweise hat sich ausgerechnet die Kirche als Bewahrer alter heidnischer Bräuche herauskristallisiert. „Ihr ist es zu verdanken, dass Brauchtum nicht zur reinen Touristenattraktion verkommt“, so Lattacher. Vielfach ging der eigentliche Sinn von Brauchhandlungen aber unter.

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