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Chronik | Österreich
06/05/2019

ÖBB-Sommerticket gilt künftig nur noch einen Monat

Die ÖBB-Fahrkarte für die Sommerferien darf nur noch 30 Tage anstatt im gesamten Zeitraum verwendet werden.

Alles neu macht der Sommer – so auch bei den Verkehrsbetrieben. Die ÖBB hat für die Sommerferien 2019 eine gravierende Änderung vorgenommen. Das alljährliche Sommerticket, welches von 1. Juli bis 8. September in ganz Österreich genutzt werden kann, bekommt eine Einschränkung. Ab diesem Sommer dürfen die Nutzer das Ticket nur noch an 30 Tagen innerhalb der etwas mehr als zwei Monate nutzen und nicht wie bisher den gesamten Zeitraum.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) begründen dieses Vorgehen mit der besseren Planbarkeit der Verkehrsströme, wie ein Sprecher des Unternehmens erklärt. Dadurch soll, anhand der verkauften Tickets, besser kontrolliert werden können, wo es zu welcher Zeit zu großem Verkehrsaufkommen kommt.

Das hat unter anderem mit dem Pendlerverkehr zu tun. Denn das Sommerticket ist nur von 8 Uhr morgens bis 3 Uhr des folgenden Tages gültig. In der Stoßzeit, wo viele Menschen in die Arbeit fahren, nutzen die Sommerticket-Besitzer den Zugverkehr also seltener.

Schlussendlich ist es dennoch eine Angebotsminderung. Der Preis von 39 Euro für unter 20-Jährige und für Ältere um 69 Euro bleibt wie auch im Vorjahr gleich. Bei nur der Hälfte der nutzbaren Tage.

Der Sprecher der ÖBB sieht diesen Umstand anders: „Wir bieten das gesamte Netz um zwei Euro pro Tag an 30 Tagen im Sommer an. Somit bleiben wir der Linie treu, dass wir vor allem Jugendlichen ein leistbares Angebot in den Sommerferien bieten können.“

Ostregion wird teurer

Mit höheren Preisen, aber gleicher Nutzbarkeit sind hingegen die Pendler im Osten Österreichs konfrontiert. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland werden die Preise im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) ab 1. Juli um durchschnittlich zwei Prozent erhöht. Diese Erhöhung orientiere sich an der Entwicklung des Verbraucherpreisindex seit der letzten Tariferhöhung im Sommer 2018 und entspricht einer Regelung der Verbundpartner, so der VOR. Die Erhöhung wird aber auch mit den steigenden Investitionskosten begründet. „Damit das Angebot auch in Zukunft verbessert sowie die Qualität weiter erhöht werden kann“, so der Verkehrsverbund.

Von der Erhöhung mit Anfang Juli sind vorerst nur Einzelfahrkarten betroffen, die Anpassung der Jahreskarten erfolgt mit August. Ausgenommen von der Tarifanpassung sind Jugendtickets, das Top-Jugendticket sowie sämtliche ausschließlich in der Kernzone Wien gültigen Tickets.

 

Der KURIER hat nachgerechnet und daraus ergeben sich folgende Preise für stark befahrene Strecken inklusive der Kernzone Wien:

- Wien nach St. PöltenFür Einzelkarten werden ab 1. Juli 14 Euro (bisher 13,80 Euro) berechnet Die Jahreskarte kostet ab 1. August statt bisher 1.637 Euro nun 1.669 Euro.

- Wien nach Wiener Neustadt: Auf dieser Strecke steigen die Kosten für eine Jahreskarte ab 1. August von 1.478 Euro auf 1.508 Euro. Die Einzelfahrkarte wird ebenfalls um 20 Cent teurer und kostet nun 11,80 Euro.

- Wien nach Retz: Auf dieser Strecke kostete die Jahreskarte bisher 1.724 Euro. Ab 1. August steigert sich der Preis auf 1.758 Euro. Die Einzalfahrkarte kostet ab 1. Juli 17,70 Euro.

- Wien nach Gänserndorf: Die Jahreskarte kostet ab 1. August 1.086 Euro statt bisher 1.065 Euro. Das Einzelticket liegt ab 1. Juli bei 7,20 Euro.