Die Kritik am Meidlinger Kindergarten wird lauter. (Symbolbild)

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Oberösterreich
11/05/2019

Oberösterreich: SPÖ fordert längere Öffnungszeiten für Kindergärten

Die Partei kritisiert die österreichweit kürzesten Öffnungszeiten und will mehr Geld für Kinderbetreuung

von Wolfgang Atzenhofer

Die vor zwei Jahren von der schwarzblauen Landesregierung aus Spargründen eingeführten Kindergartengebühren werden in Oberösterreich bei den anstehenden Budgetdebatten erneut zum politischen Streitthema. Die SPÖ prangert dabei an, dass im Industrieland Oberösterreich weiterhin die kürzesten Öffnungszeiten bei den Kinderbetreuungseinrichtungen unter allen Bundesländern angeboten werden.

Die Gebührenpflicht für die Nachmittagsbetreuung habe die Problematik noch massiv verschärft, beklagt die SPÖ-Familiensprecherin Petra Müllner. Die SPÖ fordert im kommenden Doppelbudget für 2020/2021 massive Nachbesserungen. Bei der Landtagssitzung am Dnnerstag stellt sie bereits den ersten Dringlichkeitsantrag dazu.

„Die Betreuungsqualität und ist mit der Länge der Öffnungszeit der Kindergärten der wichtigste Faktor. Da sind wir absolutes Schlusslicht“, kritisiert SPÖ-Klubchef Christian Makor.

Bei österreichweiten 9.342 Kinderbetreuungseinrichtungen liegt der Anteil der Halbtagseinrichtungen bei sieben Prozent. In OÖ sind gleich 211 Kindergärten oder Krabbelstuben täglich kürzer als sechs Stunden geöffnet, das sind knapp 17 Prozent.

Jede dritte österreichische Halbtags-Kinderbetreuung befinde sich in OÖ, so Müllner. Die ungenügende schwarzblaue Förderpolitik sei Schuld am Dilemma, den Gemeinden würde dafür der Schwarzen Peter zugeschoben, schimpft sie.

Daten

Anhand von Zahlen, die Bildungsreferentin LH-Vize Christine Haberlander, ÖVP, nach einer Landtagsanfrage vorlegte, sieht die SPÖ eine extreme Benachteiligung der Landregionen bei den Betreuungsangeboten. So sind die Krabbelstuben in Linz, Wels, Steyr oder in Linz-Land täglich zwischen zehn und 8,5 Stunden geöffnet. In den Landbezirken Rohrbach, Ried oder Schärding sind es nur 6,4 Tagesstunden. Bei den Kindergärten fällt das Ergebnis ähnlich aus.

43 oö. Gemeinden listet die SPÖ auf, in denen durch die Nachmittagsgebühren die Öffnungszeiten im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 2,7 Stunden gekürzt werden mussten. 1,6 Stunden waren es in der Mühlviertler Gemeinde Liebenau. „Bei uns warten neun Eltern auf eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder. Das Land fördert aber erst ab einer Gruppe mit zehn Kindern. Und selber dürfen wir als Abgangsgemeinde die Finanzierung nicht übernehmen“, beschreibt Bürgermeister Erich Punz , SPÖ, sein Dilemma.

Im Büro von Haberlander verweist man darauf, dass 80 % der Kinder in OÖ haben die Möglichkeit bis 16 Uhr in Kindergärten zu sein. Der Schnitt der Öffnungszeiten betrage 8,5 Stunden. Änderungen bei Förderungen seien nicht vorgesehen.

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