APA13370178-2 - 24062013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA 0074 CI - Einsatzkräfte der Wiener Berufsrettung bergen am Montag, 24. Juni 2013, einen 54-jährigen Radfahrer der am Donaukanal-Radweg in Wien frontal gegen eine Mauer prallte und dabei schwer verunglückte. Der Radfahrer erlitt schwere Wirbelsäulenverletzungen und musste mit dem Notfallhubschrauber "Christophorus 9" ins Krankenhaus geflogen werden. +++ WIR WEISEN AUSDRÜCKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GRÜNDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEFÜHRTEN ZWECK ERFOLGEN DARF - VOLLSTÄNDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND +++ APA-FOTO: WIENER BERUFSRETTUNG

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Fehlflüge
08/20/2013

Notarzthubschrauber: Jeder elfte Flug umsonst

Kassen weigern sich zusehends, die Transportkosten zu refundieren.

von Michael Berger

Knapp jeder elfte Flug der ÖAMTC-Notarzthelikopter wird als Fehl-Einsatz geführt. 15.589 Flüge wurden im Vorjahr absolviert. Heuer (bis 18. August) wurden die 16 fliegenden Intensivstationen bereits zu 11.021 Notfällen gerufen. Darunter sind 959 Fehleinsätze verbucht. Jede Flug-Minute kostet dabei 83 Euro.

Harald Hertz, Hubschrauber-Notarzt der ersten Stunde, und ärztlicher Leiter des Lorenz-Böhler Krankenhauses in Wien erklärt die hohe Fehlerquote mit einem Praxisbeispiel: „Ich fuhr vor einigen Jahren auf der Nordautobahn. Vor unserem Auto überschlug sich ein Pkw. Wir konnten den Lenker mit einer stark blutenden Kopfwunde noch aus dem am Dach liegenden Pkw bergen. Kurz vorher bat ich meine Frau, den Notarzthubschrauber zu verständigen.“

Nachsatz: „Das Unfallopfer erlitt schließlich nur eine Gehirnerschütterung und Prellungen. Trotzdem, lieber ein Mal zu oft aufsteigen, als ein Todesopfer riskieren.“

Überforderung

Wenn sich selbst Top-Mediziner nicht immer sicher sind, irren aufgeregte Unfallzeugen umso eher. Ronald Packert, Sprecher der Wiener Berufsrettung, kennt das Problem: „Wir fragen bei Alarmierungen auf dem Notruf 144 ein standardisiertes Protokoll ab. Die meisten Anrufer sind naturgemäß nervös und überfordert. Denn es handelt sich bei den Verletzten auch oft um Angehörige der Anrufer.“

Aus diesem Grund wird parallel zum Hubschrauber auch immer ein Rettungswagen (mit oder ohne Notarzt) zum Unfallort geschickt. Wird der verletzte oder erkranke Patient dann mit der Rettung abtransportiert, entsteht der Eindruck eines Missmanagements.
Die 1400 bis 1500 Fehleinsätze pro Jahr werden aus den Länderbudgets bezahlt. „Es ist ein Nullsummen-Spiel. Der ÖAMTC verdient da nichts“, unterstreicht Mediziner und ÖAMTC-Vizepräsident Hertz.

Einsätze, bei denen Patienten in Spitäler geflogen werden, ersetzen in der Regel die Krankenkassen. Doch in diesem Punkt bahnt sich Unheil an: Denn immer häufiger müssen Spitalsärzte überprüfen, ob ein Notarzthubschrauber-Flug notwendig war. Fehlt die Bestätigung, weigern sich die Kassen zusehends, die Transportkosten zu refundieren.

Zur Info: Hubschrauber-Transporte bei Ski- und Alpinunfällen während der Freizeit, werden von den Kassen nicht ersetzt. Dafür kommen in der Regel Privatversicherungen auf.

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