Chronik | Österreich
15.07.2018

Neues Fahrverbot am Brenner bringt Hunderte Lkw zum Stehen

An zwei Samstagen musste die Polizei Schwerfahrzeuge vor der Weiterfahrt durch Tirol stoppen.

Die Sommermonate stellen sowohl Polizei als auch Transportunternehmen auf eine Geduldsprobe: Seit Ende Juni gilt für Transit-Lkw, die nach Deutschland unterwegs sind, ein Fahrverbot auf der Inntal- sowie auf der Brennerautobahn (A12 und A13). Weil sich die neue Verordnung offenbar noch nicht unter den Lkw-Chauffeuren herumgesprochen hat, musste die Polizei an den vergangenen beiden Samstagen 420 Schwerverkehrslenkern die Weiterfahrt nach Deutschland untersagen.

Laut Chefinspektor Manfred Zangerle von der Landesverkehrsabteilung Tirol wird das neue Fahrverbot rigoros kontrolliert. „Am vergangenen Samstag mussten wir 170 Lkw nach Italien zurückschicken.“ Keiner sei aber angezeigt oder gar gestraft worden, versichert der Polizist.

„Wir haben eine Absprache mit Italien, wonach wir die Chauffeure, die nach Deutschland fahren wollen, nach Italien zurückschicken können.“ Wenige Kilometer entfernt, gebe es in Italien große Parkplätze, wo die Lenker die Möglichkeit haben, das Ende des Wochenend-Fahrverbots abzuwarten.

Betroffen seien Transportunternehmen aus ganz Europa, aber vor allem aus Rumänien, Bulgarien und Polen, sagt Zangerle.

An den Samstagen bis 25. August gilt das ausgeweitete Fahrverbot für Lkw, Sattelkraftfahrzeuge und Lkw mit Anhängern mit einem höchst zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen in der Zeit zwischen von 7 Uhr und 15 Uhr. Anschließend beginnt das Wochenendfahrverbot, das bis Sonntag , 22 Uhr, dauert.

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Das Fahrverbot für Lkw, die nach Italien fahren wollen, werde wiederum an der Kontrollstelle Kundl (Bezirk Kufstein) überprüft. Für den Italientransit gilt das Sonderfahrverbot schon seit Längerem, es werde prinzipiell sehr gut beachtet. Am Samstag mussten wegen Missachtung der Regelung dennoch acht Chauffeure ihren Lkw abstellen – sie werden angezeigt.

Die Polizei werde die Fahrverbote auch an den kommenden Wochenenden kontrollieren, kündigt Zangerle an. „Ich nehme aber an, dass sich das neue Fahrverbot für den Deutschlandtransit bald herumsprechen wird. Die Zahl der Zurückweisungen für den Schwerverkehr wird in den kommenden Wochen sinken“, ist der Chefinspektor überzeugt.