In der Innsbrucker Adamgasse baut die RLB Tirol an ihrem Standort "das Raiqa"

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Chronik Österreich
01/16/2020

Neue Zentrale als weiterer Bankenstempel im Innsbrucker Stadtbild

Mit der RLB Tirol setzt nun erneut ein Finanzinstitut eine Architektur-Marke in der Innsbrucker Innenstadt.

von Christian Willim

Rund 10.000 Menschen queren jeden Tag auf ihrem Weg zwischen Innsbrucks Hauptbahnhof und der Innenstadt die Raiffeisen-Passage, die an der Zentrale der RLB Tirol vorbeiführt. 1971 eröffnet, ist der Waschbeton-Bau und sein graues Umfeld alles andere als ein würdiges Tor in die Landeshauptstadt.

„Die Achse des jetzigen Quartiers ist völlig in die Jahre gekommen“, drückte es Bürgermeister Georg Willi am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, bei der die neuen Pläne der RLB für dieses Areal vorgestellt wurden, noch freundlich aus.

Bis Mitte 2023 soll hier ein neues Quartier, „Das Raiqa“, entstehen. „Kein abgehobenes Bankgebäude“ sei hier geplant, meinte RLB-Aufsichtsratchef Michael Misslinger. Das Konzept sieht vor, dass in einer Mischung aus altem Bestand und Neubau verschiedenste Funktionen vereint werden sollen.

Großzügiger Durchgang

Die Aufgabenstellung nicht einfach gewesen, erklärte das Wiener Architekten-Duo Johann Traupmann und Christoph Pichler, die als Sieger aus einem geladenen Wettbewerb mit 15 Einreichungen hervorgegangen sind. „Es gab den Wunsch, hier großräumiger durchgehen zu können“, nannte Pichler eine der Herausforderungen.

Der bisherige Weg war verwinkelt. Künftig sollen Passanten vom Bahnhof auf eine Plaza gelangen. Ein Wermutstropfen bleibt: Zunächst gilt es einen hässlichen Innenhof zu passieren, auf den die RLB keinen Einfluss hat.

Die Passage selbst soll begrünt werden und Sitzgelegenheiten bieten. Also insgesamt deutlich freundlicher werden. In bestehenden Nebengebäuden sollen auf Erdgeschoss-Ebene „Shops und Restaurants einziehen, die es so in Innsbruck nicht gibt“, verspricht Reinhard Mayr, einer der Vorstände.

Alter Turm wird freigelegt

Beim Bestandsgebäude betätigen sich die Architekten gewissermaßen als Archäologen. Das Stahlbetonskelett des Büroturms, der aus einem Sockel ragt, wird freigelegt und in den Neubau integriert. Der wird unter anderem um ein Hotel mit 164 Zimmern erweitert. Dazu kommen ein Art-Space und ein Sky-Restaurant samt Bar und einem 360-Grad-Rundumblick.

140 Millionen Euro

140 Millionen Euro steckt die RLB in das Projekt. Die Hälfte der Investitionen fließt in den Bau jener Teile, die vermietet werden. „Das ist ein wichtiger Raum mitten in der Stadt“, streicht Bürgermeister Willi die Bedeutung des Vorhabens heraus.Die RLB könnte künftig auch Ausgangspunkt für Architekturspaziergänge sein, die zeigen, welchen Stempel Banken dem Stadtbild des Innsbrucker Zentrums aufgedrückt haben.

Denn in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben auf der fußläufigen Achse zwischen Bahnhof und dem Rathaus die Hypo Tirol, die BTV mit dem Stadtforum und die Tiroler Sparkasse ihre Spuren durch Neubauten- und neugestaltungen ihrer Zentralen hinterlassen. Der Sparkassenplatz, der 2005 sein Facelifting bekam, wird 2021 erneut umgestaltet.

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... das in Nachbarschaft zum Sparkassenplatz der Tiroler Sparkasse liegt