Chronik | Österreich
03.05.2017

Neue Patscherkofel-Station: Alpenverein droht Stadt mit einer Klage

Streit um Schutzhaus-Aussicht. Volksbefragung zu Patscherkofel-Bahn am 11. Juni.

Im Streit um die Situierung der Bergstation für die neue Bahn auf den Innsbrucker Patscherkofel steht die nächste Eskalationsstufe bevor. Der Alpenverein (AV) fordert, wie berichtet, dass der Bau verlegt wird. Die Station drohe die Aussicht vom benachbarten Schutzhaus der Sektion Touristenklub zu verstellen. Nun wird auch mit Klage gedroht, sollte es bis 5. Mai kein Einlenken von Seiten der Stadt geben.

Das Ultimatum traf ausgerechnet am Mittwoch ein, als ein Sondergemeinderat den Termin für ein Volksbefragung zur Patscherkofelbahn festgelegt hat. Am 11. Juni geht die Abstimmung über die Bühne. Sie wurde ebenfalls vom Alpenverein initiiert. Mehr als 2000 Unterschriften mussten für das Anliegen, die Station um 70 Meter zu verlegen, gesammelt werden.

Stadt lehnt Alternativen ab

"Die Wahl des exakten Standortes der Station ist eine technische und keine politische Entscheidung", erklärte Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer gestern einmal mehr. Eine Vielzahl an Experten habe sich ausgiebig darüber in mehreren Varianten Gedanken gemacht.

Vier Alternativen bringt der Alpenverein in seinem Brief aufs Tapet. Für jede davon hat die Stadt gestern in einer Aussendung Gegenargumente gebracht. "Das Ganze ist sehr verfahren", sagt AV-Präsident Andreas Ermacora. Doch die Politik habe es verabsäumt, im Vorfeld Gespräche aufzunehmen. Als Grundlage für eine Klage dient neben dem "Recht auf Aussicht" eine Dienstbarkeit, die das Betreiben einer zusätzlichen Gastronomie neben dem Schutzhaus verbietet. In der Bergstation ist auch ein Lokal vorgesehen.