Chronik | Österreich
04.12.2018

Neue Liste, alter Streit in der Salzburger FPÖ

Die Stadt-FPÖ kommt vor der Gemeinderatswahl nicht zur Ruhe. Auch der zweite Versuch einer Listenerstellung bringt Ärger.

Eine neu erstellte Liste sollte Ruhe in die Partei bringen. Doch das Kalkül der Führung der Salzburger Stadt-FPÖ ging nicht auf. Auch der am Dienstag präsentierte zweite Versuch einer Liste für die Gemeinderatswahl am 10. März 2019 sorgt für Aufregung in der Partei.

Gegenüber der ersten, schon vor sechs Wochen vorgelegten Liste gibt es einige maßgebliche Änderungen. Kontrollausschuss-Vorsitzender Erwin Enzinger kehrt an vierter Stelle auf die Liste zurück, der Salzburger Hautarzt Manfred Fiebiger findet sich nicht mehr auf der Liste - aus beruflichen Gründen.

Stefan Pfeiler, Ortsgruppenobmann in Lehen, wurde auf den aussichtslosen Platz sieben zurückgereiht. „Das ist nicht mehr wirklich freiheitlich, was hier passiert“, sagte er zum KURIER. In Lehen erzielte die FPÖ bei der Landtagswahl mit 23,7 Prozent das beste Ergebnis aller Stadtbezirke. Die Rückreihung sei gegen seinen Wunsch erfolgt, sagt Pfeiler.

Rückzug nach Rückreihung

Er vermutet einen Zusammenhang mit seiner Freundschaft zu Karl Michael Blagi. Der langjährige Gemeinderat war auf der ursprünglichen Liste nicht mehr vertreten und wurde nach seinem Protest kurzerhand wie seine Frau aus der Partei ausgeschlossen.

Pfeiler zieht nun die Konsequenzen. Er legt alle Parteifunktionen zurück und wird auch nicht auf Listenplatz sieben kandidieren. "Das überspannt jeden Bogen. Meine Delegierten werden in Lehen wohl nicht mehr für die FPÖ laufen", sagt Pfeiler.

Stadtparteiobmann Andreas Reindl begründet die Umreihungen mit "beruflichen Veränderungen". Er betont die positive Stimmung auf der Delegiertenkonferenz. "Die einzigen, die Turbulenzen bringen, sind jene, die nicht mehr Mitglied sind. Das ist eine Handvoll Leute", sagt Reindl.