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Chronik Österreich
09/19/2012

Neudörfl: Land ignoriert junge Asylanten

Im Flüchtlingsheim in Neudörfl gäbe es für 14 Jugendliche noch Platz. Das Land Burgenland hat aber daran wenig Interesse.

Der Weg für die Mehrheit der Jugendlichen im Caritas Flüchtlingshaus in Neudörfl war der gleiche. Die meisten waren alleine unterwegs, fast alle kommen aus Afghanistan. Nach dem Aufgriff brachte man sie in eine Grenzbezirksstelle, danach nach Traiskirchen. Dort ist man jedoch chronisch überfüllt, also ging die Reise weiter.

Bis nach Neudörfl, wie der ORF-Report gestern Abend berichtete. Dort betreibt die Caritas ein Flüchtlingsheim für vorwiegend minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung nach Österreich gekommen waren.

Im Moment leben 46 Asylwerber im Heim in Neudörfl. 26 davon sind  minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern. Darauf und auf die chronische Überfüllung von Traiskirchen wollte die Caritas reagieren, wie Caritas-Pressesprecher Klaus Schwertner betont: "Wir haben ein Konzept vorgelegt, in dem wir innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate 14 neue Plätze für minderjährige Flüchtlinge in Neudörfl schaffen können".

Bei Land und Bund stieß man dabei jedoch  laut Schwertner auf taube Ohren. Auf eine Antwort wartet die Caritas noch. Ferid Husic, seit 15 Jahren Caritasmitarbeiter und Leiter des Heimes, beschreibt die Situation im Flüchtlingshaus: "Unser Plan hier sieht vor, bis zu 30 minderjährige Asylwerber aufzunehmen. Dazu kommen noch zehn Nachbetreuungsplätze für knapp über 18-jährige Flüchtlinge."

Bitte Warten

Von den 26 Jugendlichen im Heim ist die Hälfte noch nicht volljährig. "Sie alle warten auf eine Entscheidung in ihrem Asylverfahren." sagt Husic. Während der Wartezeit lernen die meisten Deutsch.  "Mehrere Stunden Unterricht jeden Tag, nur freitags ist bereits früher Schluss", meint Husic und schaut in das leere Klassenzimmer.    Für gestern, Dienstag,  ist der Unterricht schon zu Ende.

Gerlinde Stern-Pauer, Büroleiterin von  Soziallandesrat Peter Rezar ist im "Wiglwogl". "Natürlich tun wir alles, was in unseren Möglichkeiten steht", sagt sie . "Aber auf der anderen Seite gibt es ein Abkommen mit dem Bund, das wir quotenmäßig voll und ganz erfüllen."

Wie es in Neudörfl weitergehen soll, das ignoriert Stern-Pauer und verweist wiederum auf die Quoten. Ob das den jungen Menschen aus Asien helfen wird, das steht wohl in den Sternen. Sie warten weiterhin auf ein Asylverfahren.

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