Chronik | Österreich
29.06.2017

Neos dürfen 2018 bei Landtagswahl in Tirol antreten

Bundespartei gibt Segen für Kandidatur. Die Tiroler Neos sparen sich die eigentlich von Wien als Chancen-Beleg vorgeschriebene Wählerumfrage

Mit einer Umfrage mussten die Tiroler Neos der Bundespartei im April belegen, dass ein Antreten bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck im Frühjahr 2018 sinnvoll ist. 7,1 Prozent und der damit sicher scheinende Einzug ins Stadtparlament wurde der pinken Bewegung damals ausgewiesen. Noch vor dem Sommer wollten die Neos bekannt geben, ob sie 2018 auch bei den Tiroler Landtagswahlen - als Termin wurde inzwischen der 25. Februar fixiert - antreten werden. Und auch für diese Kandidatur hätte die Landesorganisation eigentlich eine Umfrage zum Nachweis ihrer Erfolgsaussichten vorlegen müssen.

Erste Kandidatur

"Aber die vorgezogenen Nationalratswahl hat einiges über den Haufen geworfen", sagt Landessprecher Dominik Oberhofer auf Anfrage und stellt klar: "Wir werden bei den Landtagswahlen antreten." Die Parteizentrale in Wien habe ihren Sanktus erteilt. Es wäre die erste Kandidatur der Neos in Tirol. Die eigentlich vorgeschriebene und laut Oberhofer 16.000 Euro teure Wählerbefragung kann sich der Tiroler Neos-Ableger sparen. Als Stimmungstest soll stattdessen die Nationalratswahl im Herbst dienen. "Wir wollen in Tirol sieben Prozent und 21.000 bis 23.000 Stimmen zusammen bringen", sagt Oberhofer.

Um die Fünf-Prozent-Hürde für den Tiroler Landtag überspringen zu können, wären laut der Rechnung des Landessprechers 17.000 Stimmen notwendig. Das Erreichen des Ziels bei den Nationalratswahlen wäre demnach ein Beleg für Erfolgsaussichten auf Landesebene. "Und würden wir im Bund unter vier Prozent (die Hürde für einen Parlamentseinzug) fallen , wäre das Projekt Neos ad absurdum geführt. Aber ich gehe nicht davon aus, dass das passiert", sagt der Hotelier aus dem Stubaital.

Fahrplan und Chancen

Nach den Nationalratswahlen wollen die Tiroler Neos das Ergebnis analysieren und eine thematische Umfrage unter den Wählern machen. Bei einem Parteitag in Innsbruck sollen am 25. November die Listen für die Gemeinderats- und Landtagswahlen präsentiert werden. Die Kandidaten werden über das mehrschichtige Vorwahlsystem der Neos bestimmt.

Bei einer von der AK Tirol im Mai veröffentlichten Umfrage kamen die Pinken auf Landesebene nur auf vier Prozent. Die jüngere Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass bürgerliche Alternativen zur ÖVP in Tirol recht große Erfolgsaussichten haben. 2013 kam die neu gegründete Liste Vorwärts Tirol aus dem Stand auf 9,54 Prozent. 2008 schaffte die von ÖVP-Rebell Fritz Dinkhauser ins Leben gerufene Liste Fritz gar mit 18,35 Prozent den Premieren-Einzug ins Landesparlament.