Chronik | Österreich
05.05.2017

Nach Unfall: Land will Radstrecken sanieren

Behörde möchte Sicherheit auf den Straßen bieten, verfügt aber nur über die Hälfte der Gelder.

Zehn Monate nach dem Sturz eines Hobbysportlers beim Kärntner Radmarathon in Bad Kleinkirchheim, will das Land Kärnten auf Nummer sicher gehen. Der Vorfall hat Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Folge. Deshalb werden rund 800 Straßenkilometer, auf denen heuer noch Radrennen in Szene gehen, auf Herz und Nieren geprüft – aber nur teilweise saniert.

Wie berichtet, ist ein 30-jähriger Mann als Folge eines Sturzes bei erwähnter Rad-Veranstaltung querschnittgelähmt. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Veranstalter, zwei Streckenposten und einen Landesbeamten, der den Bescheid für das Rennen ausgestellt hatte. Die Frage, wer für Unfälle bei Radrennen haftet, sorgt daher bei allen Beteiligten für Verunsicherung. Auch beim Land Kärnten, das die Bescheide zu erstellen hat.

800 Straßenkilometer

Plötzlich sieht man sich in der Pflicht, die Sicherheit zu erhöhen. "Auf 800 Straßenkilometern werden heuer in Kärnten Radrennen ausgetragen", sagt Volker Bidmon, Leiter der für Straßenabteilung 9 der Landesregierung. Es sind dies die Tour de Kärnten und Ossiachersee autofrei Ende Mai, der Giro Dolomiti Anfang Juni sowie der Ironman Austria, die Österreich Radrundfahrt und der Dolomitenmarathon Anfang Juli.

In den vergangenen Tagen habe er mit den Straßenmeistereien sämtliche Abschnitte inspiziert, berichtet Bidmon. "Frosthebungen, Risse, Löcher und Fahrbahnunebenheiten werden in den kommenden Wochen ausgebessert. Teilweise müssen Strecken neu asphaltiert werden. Aber nach den Troubles und den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Vorfall beim Radmarathon müssen wir 100 Prozent Sicherheit bieten", ergänzt er.

130.000 statt 250.000

Noch ist fraglich ob er das kann. Denn 250.000 Euro wurden an veranschlagten Sanierungskosten an das Büro von Straßenreferent Gerhard Köfer (Team Kärnten) gemeldet. Und dieser hatte zwar stets zugegeben, dass zwei Drittel der Kärntner Landesstraßen in mäßigem Zustand sind, aber dann auf sein angespanntes Budget verwiesen. "Daher kommen die 250.000 Euro aus einem Sonderbudget von Finanzlandesrätin Gaby Schaunig", kündigt Köfer an.

Auf Nachfrage im Büro der SPÖ-Politikerin heißt es, dass lediglich 130.000 Euro aus diesem Topf fließen würden. Köfer meint daraufhin, dann könnten eben nur Sanierungsarbeiten um 130.000 Euro in Auftrag gegeben werden. Die Sicherheit werde gewährleistet. Bidmon wollte die Causa schließlich nicht mehr kommentieren.