Fußfesselträger Hannes Kartnig versteht die Aufregung nicht: "Was ist dabei, wenn ich ins Theater gehe? Ich geh ja in kein Puff!"

© novy gilbert

Steiermark
10/20/2014

Nach Opernbesuch: Gelbe Karte für Kartnig

Hannes Kartnig genoss Samstagabend trotz Fußfessel die "Tosca"-Premiere in Graz. Er kommt mit einer Ermahnung davon.

Wirbel herrscht nach einer Opern-Premiere in Graz: Unter den Gästen, die Samstagabend „Tosca“ genossen, war auch Hannes Kartnig.

Nun ist der Ex-Präsident des SK-Sturm allerdings rechtskräftig wegen Steuervergehen zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden, trägt aber seit ein paar Wochen eine Fußfessel. Damit darf er zur Arbeit gehen und sich in einem Teil seiner Villa in Graz aufhalten. Für Samstagabend suchte er um Ausgang an – „zur Aufrechterhaltung der familiären Kontakte“, wie General Peter Prechtl von der Justizvollzugsdirektion betont. „Er war auf Ausgang, der wurde auch genehmigt. Er hat es aber unterlassen, zu sagen, dass er in die Oper will. Sonst hätte man ihm nahegelegt, das zu unterlassen.“

Kartnig bestätige gegenüber der Kleinen Zeitung, mit seiner Frau die „Tosca“-Premiere besucht zu haben. „Was ist dabei, wenn ich ins Theater gehe? Ich geh ja in kein Puff! Das geht keinen was an.“

Die Justizvollzugsdirektion ist da anderer Ansicht: Der 63-Jährige wurde Montagvormittag in das Grazer Gefängnis zitiert, um sich zu rechtfertigen. Dort bekam Kartnig quasi die gelbe Karte: Es wurde ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet, das heißt, er wird eine Geldbuße aufgebrummt bekommen, und: Kartnig wurde "förmlich ermahnt" – was bedeutet: beim nächsten Regelverstoß wird der elektronisch überwachte Hausarrest widerrufen, sprich die Fußfessel ist dann weg.

Der nächste Prozess gegen Kartnig startet in rund drei Wochen: Ab 12. November muss sich der Steirer erneut wegen des Verdachts des Betruges verantworten. Es geht um den Vorwurf, Land Steiermark und Bundesliga betrogen zu haben; Kartnig hat das stets bestritten. Diesen Teil des Ersturteils aus 2012 hat der Oberste Gerichtshof aufgehoben, deshalb muss neu verhandelt werden.

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