Chronik | Österreich
02.12.2018

Nach Messermord: Erste Nacht in Waffenverbotszone ohne Beanstandung

Von 1. auf 2. Dezember war die Bogenmeile in Innsbruck erstmals Waffenverbotszone. Personendurchsuchungen gab es vorerst keine

Am Samstagmorgen wurde Michael P. in seiner Heimatgemeinde Bregenz beigesetzt. Der 21-Jährige war in der Nacht auf 25. November in der Innsbrucker Bogenmeile beim Ausgehen mit acht Freunden auf offener Straße erstochen worden. Genau eine Woche später wurde Samstagnacht das Ausgehviertel erstmals eine Waffenverbotszone.

„Es hat verstärkte Kontrollen mit Zivilbeamten gegeben“, sagt Othmar Sprenger, Leiter des Referats Sicherheitsverwaltung bei der Landespolizeidirektion Tirol. „Aber es gab keine Personendurchsuchungen aufgrund des Waffenverbots, weil es keine konkreten Hinweise auf Verstöße gab“, zog Sprenger Bilanz zur ersten Nacht. Sehr wohl sei es aber zu einer Kontrolle wegen des Verdachts auf Suchtmittelgeschäfte gekommen.

Konkrete Hinweise auf das Mitführen einer Waffe sind in den Verbotszonen, wie berichtet, Voraussetzung für entsprechende Personendurchsuchungen. Auch in Linz wurde parallel zu Innsbruck eine Waffenverbotszone eingerichtet. Die Landespolizeidirektion Oberösterreich konnte vorerst noch keine Ergebnisse zum ersten Praxistest am Wochenende geben.

Für drei Monate erlassen

Die neue Waffenverbotszone in der Bogenmeile gilt seit 1. Dezember – vorerst befristet auf drei Monate – täglich von 18 bis 8 Uhr. Die Pläne sollen laut Polizei unabhängig von der Bluttat erstellt worden sein, weil es in diesem Straßenzug vermehrt zu Gewaltdelikten und Überfällen gekommen sei, bei denen Waffen im Spiel waren.

Als dringend tatverdächtig für die Tötung des jungen Vorarlbergs gilt, wie berichtet, ein 24-jähriger Asylwerber aus Afghanistan. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor nicht völlig aufgeklärt. Die Ermittlungen laufen noch.

Familie und Freunde hatten am Freitagabend in Bregenz einen Trauermarsch für den 21-Jährigen in Bregenz organisiert, zu dem hunderte Menschen kamen. Im Vorfeld riefen die Veranstalter dazu auf, die Tat nicht für politische Zwecke zu missbrauchen. Mit dem Trauermarsch wolle man „ein positives Zeichen für Mitgefühl und Toleranz setzen. Ganz im Andenken an unseren Michael.“