"Angriffe auf Beamte keine Einzelfälle"

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Steiermark
01/20/2017

Nach Messerattacke in Graz: Mann verletzte fünf Beamte

36-jähriger Deutscher hatte am Montag seine Ex-Freundin in Graz mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt.

Der 36-jährige Deutsche, der am Montag seine Ex-Freundin in Graz mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte, ist am Donnerstag in der Haft auf mehrere Justizwachebeamte losgegangen, wie steirische Medien am Freitag berichteten. Der Mann hätte von der Justizanstalt Jakomini ins Gericht gebracht werden sollen, dabei attackierte er die Beamten und fügte ihnen Bisswunden und Abschürfungen zu.

Die Vorführung des Mannes beim Haftrichter im Landesgericht gestaltete sich für die Uniformierten nicht leicht. Laut ORF Steiermark griff er insgesamt sieben Beamte an, fünf wurden verletzt. Der Staatsanwaltschaft Graz zufolge müsse der genaue Ablauf noch ermittelt werden. Der Deutsche wurde nach dem Angriff zur Beruhigung in einen speziellen Haftraum gebracht. Dort gebe es laut Auskunft der Justizanstalt keine Gegenstände, mit denen er sich oder andere verletzen könnte.

"Kommt auch vor, dass Kollegen angespuckt werden"

Generell seien Angriffe auf Beamte keine Einzelfälle, sagte Rudolf Wendlandt von der Justizwache-Gewerkschaft gegenüber dem ORF Radio Steiermark: "Da kann es auch vorkommen, dass sie Kollegen ganz unvermutet attackieren und anspringen. Es kommt auch vor, dass die Kollegen angespuckt werden, also das steht eigentlich leider fast auf der Tagesordnung." Häufig würden Beamte auch beschuldigt werden, Gewalt anzuwenden - ohne Grund, wie Wendlandt sagte. Es gebe mittlerweile kaum mehr eine Sanktion, die einem Häftling Respekt abringe, sagte der Gewerkschafter.

Trotz Betretungsverbot in Wohnung aufgetaucht

Der Deutsche war am Montag gegen 16.00 Uhr vor der Wohnung der Frau aufgetaucht, obwohl seit einigen Tagen ein Betretungsverbot verhängt worden war. Der Mann hatte die 26-Jährige nämlich schon zuvor verfolgt und offenbar auch bedroht. Aus Angst alarmierte die Frau die Polizei. Als die Streife in das Stiegenhaus kam, hielt sich der Deutsche in der Nähe einer anderen Wohnungstür auf, aber als das Opfer die Beamten einlassen wollte, zückte er ein Messer und attackierte die Frau, noch ehe die Beamten eingreifen konnten. Mit Pfefferspray und vereinten Kräften überwältigten die Polizisten den Deutschen und verhafteten ihn. In der Haft hatte er bisher jede Aussage verweigert.