Chronik | Österreich
04.06.2018

Bleiburg-Treffen: Sechs Anklagen für Kroaten rechtskräftig

Gericht bestätigte U-Haft nach Enthaftungsantrag eines Angeklagten - erster Prozess am 19. Juni.

Nach dem umstrittenen Kroaten-Treffen in Bleiburg in Kärnten sind nun alle sechs Anklagen rechtskräftig. Das gab Eva Jost-Draxl, Sprecherin des Landesgerichts Klagenfurt, am Montag bekannt. Die sechs Kroaten bleiben vorerst alle in Untersuchungshaft. Einer von ihnen hatte mit einem Enthaftungsantrag, der am Montag verhandelt wurde, keinen Erfolg.

Die U-Haft sei verlängert worden, sagte Jost-Draxl. Zwei weitere der sechs Beschuldigten versuchen mittlerweile ebenfalls, mittels Enthaftungsanträgen freizukommen.

Mittlerweile wurden vom Gericht auch schon Prozesstermine fixiert. Der erste der sechs Angeklagten muss sich am 19. Juni vor einem Geschworenensenat nach dem Verbotsgesetz verantworten. Dann sind zwei Kroaten - einer von ihnen ein Politiker - am 29. Juni dran, und ein vierter muss am 4. Juli vor Gericht.

Hitlergruß und SS-Totenkopf

Die Kroaten waren direkt bei der Veranstaltung festgenommen worden, fünf von ihnen wird vorgeworfen, den Hitlergruß gezeigt zu haben, ein weiterer trug eine SS-Totenkopf-Abbildung.

Bei der Gedenkveranstaltung am Loibacher Feld am 12. Mai wurde der Geschehnisse in Bleiburg kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht. Rund 40.000 geflüchtete Soldaten des NDH, Ustascha und reguläre Armee (Hrvatsko domobranstvo), die auf der Seite Nazi-Deutschlands gekämpft hatten, wurden in Bleiburg mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Tito-Einheiten ausgeliefert. Tausende wurden an Ort und Stelle oder auf dem Rückmarsch nach Jugoslawien ermordet. Das Treffen steht seit Jahren in der Kritik.