Chronik | Österreich
16.08.2018

Nach Airbus-Zwischenfall: Strengere Regeln für Drohnen gefordert

Laut vida-Schätzungen soll es bereits rund 100.000 Drohnen in Österreich geben. Experten fordern nun Nummerntafeln und Transponder für Drohnen.

Nach einem weiteren, gefährlichen Zwischenfall mit einer Drohne im Luftraum des Flughafens Wien-Schwechat fordert Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, nun deutlich schärfere Gesetze. „Wieder einmal ist eines dieser unbemannten Fluggeräte einem AUA-Airbus bei Landung gefährlich nahegekommen. Nächstes Mal geht so etwas vielleicht nicht mehr glimpflich aus. Drohnen sind für Hobbypiloten vielleicht ein Freizeitspaß, in diesen Laienhänden bergen sie aber ein enormes Gefahrenpotential.“ Es sei bereits der dritte derartige Vorfall seit Herbst 2017.

Die vida geht davon aus, dass es heute bereits bis zu 100.000 Drohnen in Österreich gibt. „Gerade, weil viele Besitzer auf Vorschriften pfeifen, fordere ich die Austro Control auf, für eine bedingungslose Registrierung zu sorgen. Wir brauchen endlich strengere Regeln für Drohnen bzw. den Besitz dieser Fluggeräte. Das beginnt bereits bei der flächendeckenden Registrierung. Hier braucht es eine Art Nummerntafel“, sagt Schwarcz. Und Daniel Liebhart, stellvertretender Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt und selbst Fluglotse, fügt hinzu:"Drohnen sollen sich im kontrollierten Luftraum so verhalten müssen wie Verkehrsflugzeuge und von FluglotsInnen kontrollierbar sein. Drohnen, die technisch dazu in der Lage sind, in den kontrollierten Luftraum einfliegen zu können, sollen einen Transponder haben, damit ihre Position jederzeit exakt am Radar bestimmt werden und der Besitzer über die Kennung zugeordnet werden kann.“

 

Drohnen, die nicht mit der Flugsicherung Kontakt aufnehmen können, sollen per Geofencing, also elektromagnetisch erzeugten Zäunen, die eine Drohne stoppen können, davon abgehalten werden, Schaden anzurichten. „Es führt auf alle Fälle kein Weg daran vorbei, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit, aber auch nationale Aufsichtsbehörden, rasch strenge Regeln für die Sicherheit der Luftfahrt umsetzen müssen“, betont Schwarcz. „Wir wissen und verstehen, dass vor allem Paketdienste immer stärker auf Drohnen setzen. Wirtschaftliche Interessen dürfen aber niemals die Sicherheit in der Luftfahrt als oberste Priorität verdrängen. Es geht hier um Menschenleben."

„Für eine faire und sichere Integration unbemannter Fluggeräte in den Luftraum brauchen wir klare Vorgaben. Regularien, Technologien und Verfahren sind wichtig, damit Transport- und Hobbydrohnen nicht unkontrolliert durch die Luft fliegen“, meint Schwarcz. Er fügt hinzu, dass „es große Schäden oder Unfälle durch Drohnen in Österreich bisher noch nicht gegeben hat. Damit das auch so bleibt, müssen Verkehrsminister Norbert Hofer und die Austro Control rasch handeln. Der Fachbereich Luftfahrt der vida steht mit seinen ExpertInnen und deren Know-how selbstverständlich jederzeit unterstützend zur Verfügung.“