Chronik | Österreich
06.11.2014

Mozartkino kämpft um Förderungen

Das historische Lichtspielhaus sperrt wieder auf - Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung.

Romy Schneider, Peter Alexander, Toni Sailer und sogar der ehemalige spanische König Juan Carlos: Kinoinhaber Kurt Giebisch hatte sie alle. Von den glamourösen Filmpremieren aus früheren Tagen zeugen noch Fotos und Autogramme, die im Foyer des Mozartkinos in der Kaigasse hängen. Der Glamour kehrt am Freitag kurz in das Lichtspielhaus zurück: Nach einjähriger Pause wird die Wiedereröffnung des Mozartkinos gefeiert.

Doch es hängen dunkle Wolken über dem Fest: Der Kinobetrieb in den geschichtsträchtigen Gemäuern muss weiterhin ohne Subventionen auskommen. 2013 wurde die Prämie für "prädikatisierte Filme" vom Land gestrichen, auch die Stadt sieht keine Förderung vor.

Keine Förderung

Der Konkurrent, das Filmkulturzentrum "Das Kino" auf der anderen Salzachseite, erhält von Bund, Land und Stadt hingegen eine jährliche Förderung von insgesamt 214.000 Euro. "Das ist kein fairer Umgang mit uns als Mitbewerber", sagt Geschäftsführer Alexander Krammer. Er lässt derzeit eine Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung prüfen. Diese soll bei der EU-Kommission eingereicht werden.

Im Vorjahr musste das Mozartkino zusperren, weil das Geld für die nötige Umrüstung auf digitale Abspieltechnik gefehlt hat. "Im Sommer 2013 haben wir den letzten Film auf 35 Millimetern bekommen, dann wurde vollständig auf Festplatten umgestellt. Da konnten wir nicht mithalten", erklärt Krammer.

100.000 Euro investiert

Heuer kam unerwartet ein Rettungsanker von höchster Stelle: Landeshauptmann Wilfried Haslauer spendierte aus seinem Wirtschaftsressort rund 30.000 Euro – das ist etwa ein Drittel der Gesamtinvestition für die Technik. Den Rest hat Krammer investiert. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Geschäfte im Hotel gut laufen. Dadurch können wir das Kino nebenher betreiben. Bei 25.000 Kinogästen im Jahr sind wir für den laufenden Betrieb im grünen Bereich."

Eine langfristige Subvention kommt für das Land weiterhin nicht infrage, bestätigt Heinrich Breidenbach, Sprecher von Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn. "Das Mozartkino gilt als kommerzielles Kino, und wird daher von uns nicht gefördert", erklärt Breidenbach. Dass dort auch Originalfassungen und künstlerische Filme gezeigt werden, qualifiziere es noch nicht als Kulturstätte.