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Chronik Österreich
05/11/2020

Mountainbiker: Illegale Strecken mehr genutzt

Wegen des Coronavirus waren offizielle Wege bis Anfang Mai gesperrt, viele Biker wichen aus.

von Theresa Bittermann

Drei Jahre hat die Planung gedauert, 1.200 Kilometer weit erstreckt sich nun seit einem Jahr das Wegenetz für Mountainbiker im Wienerwald. Mit diesem Angebot sei man einer der Vorreiter in Österreich, sagte Herbert Ribarich vom Radsportverband. Während der Corona-Krise waren die sogenannten „Trails“ aber gesperrt. Die erhöhte Verletzungsgefahr war einer der Gründe dafür.

Etliche Mountainbiker ließen sich den Fahrspaß aber nicht nehmen und sind auf illegale Strecken ausgewichen, was zu viel Unmut führte. Die Stadtgemeinde Mödling hat daher bereits zu Ostern „beliebte Einstiege zu illegalen Trails“ abgesperrt. Stichprobenartig würden auch Polizisten die Einstiege kontrollieren, sagt der Mödlinger Bürgermeister Hans Stefan Hintner (ÖVP).

„Was vielen vielleicht nicht richtig bewusst ist, dass man den Wald gar nicht befahren darf. Jeder Wald hat einen Eigentümer. Es ist also tatsächlich ein strafbarer Tatbestand, abseits der offiziellen Wege zu fahren. Wenn man konsequent ist, ist das Besitzstörung“, warnt Leo Lindebner (ÖVP), der zuständige Stadtrat aus Mödling. Waldbesitzer haften zudem dafür, was auf ihrem Grund und Boden passiert und müssen die Wege erhalten.

Corona hat bei dem schon „alten Problem“ das Fass nun zum Überlaufen gebracht. Denn Radfahren war einige der wenigen Sportarten, die man noch ausüben konnte. Auch Herbert Ribarich vom Radsportverband war wenig erfreut über die gestiegene Nutzung illegaler Wege. „Wir haben uns jahrelang um eine Einigung mit den Besitzern bemüht. Man sollte mit Respekt und vernünftig mit der Nutzung umgehen“, sagt er.

Schäden im Wald

„Die Biker übersehen auch, dass sie hier in Lebensräume eindringen, die eigentlich dem Wild gehören. Es entstehen echte Schäden im Wald. Der Waldboden wird kaputt und das Wurzelwerk der Bäume beschädigt. Die Bäume sind dadurch wiederum anfälliger für Pilze und andere Schädlinge“, sagt Lindebner.

„Außerdem sollte man auch nicht vergessen, dass man sich selbst in Gefahr bringt. Stürzt man abseits der Wege, hat schlechten Handy Empfang, ist man für die Bergrettung unauffindbar“, warnt Ribarich.

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