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Chronik Österreich
07/12/2020

Mord an Tschetschenen Martin B.: Tatwaffe wurde nicht gefunden

Motiv ist noch nicht eindeutig geklärt. Verdächtiger schweigt beharrlich, schildern die Ermittler

von Konstantin Auer

Die Todesursache ist klar: Manichman U. alias Martin B. wurde am Abend des 4. Juli auf einem Parkplatz in Gerasdorf (NÖ) durch einen Kopfschuss getötet. Unklar ist weiterhin das Motiv: „Wir können nicht ausschließen, dass es sich einerseits um einen Auftragsmord handelt, andererseits könnte aber auch ein Streit eskaliert sein“, hieß es zuletzt von Chefinspektor Johann Baumschlager. Die Tatwaffe wurde noch nicht gefunden.

Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft: Der mutmaßliche Schütze schweige „beharrlich“, der zweite Verdächtige habe auch „noch keine Details“ genannt, erklärte Baumschlager.

Fakt ist, dass Manichman U. nach der Veröffentlichung von Schmäh-Videos gegen den tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow bedroht wurde, außerdem soll er dem ukrainischen Geheimdienst Informationen zu geplanten Auftragsmorden gegeben haben. Die Familie des Toten steht mittlerweile unter Polizeischutz.

Reaktionen aus der Politik

„Wenn sich der Verdacht in Richtung Russland erhärtet, darf Österreich nicht schweigen“, sagte die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic am Freitag. „Österreich verurteilt die Tötung zutiefst“, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Solche Gewaltexzesse hätten in Österreich nichts zu suchen, man wolle die Hintergründe schnell aufklären. Generalsekretär Bernd Brünner hatte am Donnerstag den russischen Botschafter Dmitrij Ljubinski getroffen.

Sowohl der Kreml, als auch das russische Außenministerium und der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow hatten zuvor jegliche Verantwortung zurückgewiesen.

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